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Der Neffe des Jägers. 269
Einige Mal hatte ich wohl das Glück, in ihrer Nähe zu ſein, doch bin ich feſt überzeugt, ja, ich möchte darauf ſchwören, daß ſie mich, den Grafen Helfenberg, durchaus nicht kennt. — Sie fragen mich,“ ſagte er nach einer Pauſe, während welcher er ſichtbar über etwas nachgedacht,„weil Sie aus meinen Fragen zu entnehmen ſcheinen, als intereſſire ich mich für das junge Mädchen; und darin haben Sie nicht ganz Unrecht. Doch iſt es micht ein Intereſſe, welches ich, Graf Helfenberg, an Fräulein Eugenie von Braachen nehme. Ja, ich habe ſie ein paar Mal geſehen, auch geſprochen, und das auf ganz eigenthümliche Art.“
Er lächelte ſtill, faſt traurig in ſich hinein, während ihn die Großmutter mit ihren leuchtenden Blicken ſcharf fixirte.
„Das wuzda draußen im Walde,“ ſprach er mit leiſer Stimme, währknd er wie träumend vor ſich hinblickte,„im vergangenen Sommer. Ich fühlte mich damals kränker als jetzt und fuhr zu dem alten Klaus, der ſeine Jagdhütte in einem kleinen, reizenden Waldthale hat. Mir that das Grün und der Duft der Bäume ſo wohl.— Da erſchien auch einmal Fräulein Eugenie; ſie hatte einen Spaziergang gemacht und den alten Klaus aufgeſucht, wie ſie häufig zu thun pflegte.“
„Und war erſtaunt,“ fragte die alte Frau, indem ſie ſehr langſam ſprach,„dort Seine Erlaucht, den Herrn Grafen Helfenberg zu finden?“
„Sie war wohl erſtaunt, jemand Fxemdes dort zu finden, aber ſie machte nicht die Bekanntſchaft des Grafen Helfen⸗ berg; ich hatte die Idee, das zu ſein, was ich auch hier bei Ihnen bin: der Neffe des Jägers.“
Der Blick der alten Frau verdüſterte ſich, und ſie ſprach zu ſich ſelber:„Er hat viel von ſeinem Vater.“


