Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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Der Neffe des Jägers. 267

hielt ich es für meine Schuldigkeit, dem Kinde meiner ehe⸗ maligen Herrſchaft, der ich heute noch zu tiefſtem Danke ver⸗ pflichtet bin, ſchriftlich in aller Ehrfurcht meinen Glückwunſch zu Füßen zu legen. Die Frau Baronin von Braachen nahm meine Theilnahme ſo freundlich auf, daß ſie ihrer Kammer⸗ frau erlaubte, mit dem kleinen Mädchen hieher in meine be⸗ ſcheidene Wohnung zu kommen. Es hat mich das denn auch außerordentlich gefreut, und es machte mir auch ſpäter das größte Vergnügen, wenn ich Gutes und Liebes von der klei⸗ nen Eugenie erfuhr.“

„Alſo Sie erfuhren doch von Zeit zu Zeit, wie es der⸗ ſelben ging?“ fragte der Graf nach einem tiefen Athemzuge.

„Allerdings, und die genaueſten Nachrichten durch meinen Schwiegerſohn, der, wie Euer Erlaucht wiſſen, Jäger bei dem Herrn

nach dem Gute des Herrn von Braachen kam.“

von Breda iſt und mit ſeinem Herrn häufig

„Sehen Sie,“ ſagte der junge Mann nach einem län⸗ geren Stillſchweigen,„wie hübſch Sie mir das alles erzählen! Das hat mich ſo zerſtreut, ich möchte ſagen: erfreut, daß ich mich viel wohler fühle, und deßhalb komme ich auch ſo gern zu Ihnen.— Die Tochter der Frau von Braachen iſt jetzt hier in der Stadt bei ihrem Onkel, Baron Breda.—— Gleicht ſie ihrer Mutter?“

„Man ſagt, ſie ſei ſehr ſchön. Und das wird ſie wohl von der Gräfin Henriette haben. Sonſt ſoll ſie derſelben nicht ähnlich ſehen, ſondern ein liebenswürdiges, folgſames und ſehr gutes Kind ſein.“

„Ig, ja,“ meinte nachdenkend der Graf.

„Mein Schwiegerſohn erzählt gern von ihr,“ fuhr die alte Frau fort,„und in ſeiner Art mit einer wahren Begei⸗