Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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18 JFünfzehntes Kapitel.

er an den geſtrigen Abend, an die Familienunterhaltungen ſeines Prinzipals und an Numero ſechs der Bedingungen, wonach Babette gezwungen werden ſollte, ſeinen Frack wieder in ur⸗ ſprünglicher Reinheit herzuſtellen. Wenn es ihn auch freute, daß das Recht gewiſſermaßen geſiegt, ſo fühlte er doch in ſeinem Innern, daß der eben geſchloſſene Friede nicht von Beſtand ſein, daß man neue und gewaltigere Hebel gegen ihn und den Knaben in Bewegung ſetzen werde, und daß das Unrecht, wie ſo oft in dieſer Welt, doch am Ende trium⸗ phiren müſſe.

Was konnte er machen er, ein einzelner, ſchwacher Menſch, gegen die Gewalt, mit der Heuchelei, Lug und Trug daher rollten, Alles vor ſich niederwerfend, Alles zermalmend? Was konnte er, machtlos wie er war, mit Worten, ja, mit Thaten, wie er ſie leiſten konnte, dagegen ausrichten? Er, in ſeiner abhängigen Stellung, der nicht einmal berechtigt ge⸗ weſen war, geſtern Abend den drei Weibern droben, wie ſie es verdient, ihre Handlungsweiſe aus einander zu ſetzen. Nach einer unabhängigen Stellung, nach Reichthum, nach Macht ſehnte er ſich nur in ſolchen Augenblicken. Ah, wenn

es ihm einmal vergönnt wäre, ohne Menſchenfurcht, ohne

alle Rückſicht jedes finſtere Gewebe aus einander reißen zu können, das ſich vor ihm entſponnen zum Schaden armer Unſchuldiger, die hineinflattern, wie die Fliege in das Netz der Spinne! Wenn er einmal ſtark genug wäre, den Hand⸗ ſchuh hinzuwerfen dem Drachen der Lüge und Hinterliſt, der auf Erden mächtig umherſchleicht; wenn er ihn niederwerfen könnte mit ſeinem guten Stahl! Dann, ja, dann müßte ihm ein herrlicher Lohn winken von oben die Palme des Sieges, dachte er. Wir aber ſetzen traurig hinzu: Hier

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