In der Schreibſtube. 19
unten bei dem verdorbenen Menſchengeſchlechte durchnäßte Fräcke und Ungelegenheiten aller Art, Kummer, Noth und— Prügel. Das Palais des Grafen Helfenberg, in einer Nebenſtraße
gelegen, wo es wie eine gewaltige Burg die umherliegenden
kleinen Bürgerhäuſer überragte, war ein großes, weitläufiges Gebäude, für den Aufenthalt einer anſehnlichen Familie be⸗ rechnet, die auch einſt in den Angehörigen des Erbauers den jetzt ſo ſtillen Steinhaufen bewohnt hatte. Die Mitglieder der Familie von damals, welche als Kinder luſtig die weiten Höfe mit ihren Spielen, ihrem Jubel und Lachen erfüllt, waren groß geworden und dann jedes ſeiner Beſtimmung gemäß durch das Hauptthor in die Welt gegangen, um nicht wieder oder nur auf Augenblicke das elterliche Haus zu betreten. Dieſes verblieb dem älteſten Sohne des Erbauers, ging auch wieder auf deſſen älteſten Sohn über, der es ſeinem einzigen Nach⸗ kommen hinterließ. Das war der jetzt lebende junge Graf Hugo von Helfenberg, welcher ein Leben führte, das nicht dazu gemacht war, dem ſtillen und öden Palaſte ein wohn⸗ licheres Ausſehen zu geben. Wenn das Hauptthor auch be⸗ ſtändig offen ſtand, und wenn ſich dort auch immer, ſo oft das Wetter nicht zu ſchlecht war, der alte Portier ſehen ließ, der mit dem dreieckigen Hute, dem ſchweren Pelz-Ueberrocke gravitätiſch ſeinen langen Stock mit goldenem Knopfe und großen Quaſten haltend, auf⸗ und abſchritt, ſo war doch ſonſt auf dem Pflaſter unter dem Thorbogen nicht viel Verkehr zu bemerken; wohl ſah man die Freunde des jungen Grafen zuweilen ein⸗ treten, oder auch hier und da eine Equipage von Bekannten oder vielleicht auch von Fremden, welche Beſuche machen wollten, aber nur dazu gelangten, eine Karte abzugeben. Es mußte eine eigene Zauberformel dazu gehören, weiter als bis, zur


