Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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16 Fünfzehntes Kapitel.

endlich wieder hineingerufen wurde und langſam auf ſeinen Schreibſtuhl geklettert war, brauchte er ſich nicht zu befleißi⸗ gen, ſeine Feder laufen zu laſſen, denn ſein ſtrenger Auf⸗ ſeher ſchien ſo mit dem Vorhergegangenen beſchäftigt, daß er ſich um die Arbeit des Knaben gar nicht bekümmerte, ſon⸗ dern gedankenvoll in den Regen hinausſtarrte, wobei er aber ſein Lineal nicht aus der Hand ließ, ſondern mit demſelben aufs Seltſamſte manövrirte; oft hob er es an das Geſicht empor, zuweilen ſenkte er das andere Ende herab, nicht ſelten aber fuhr er mit dem Arm in die Höhe und ſtieß dann mit einem eigenthümlichen Geſichtsausdrucke das glatte Holz, ſo tief er konnte, in den neben ihm ſtehenden Papierkorb. Es ſollte heute überhaupt ein Morgen der Ruhe für Gottſchalk werden; denn kaum war der Rechtsconſulent in ſein Bureau gegangen, ſo kehrte er auch ſchon wieder zurück und bat ſeinen Schreiber, ein paar kleine Ausgänge für ihn zu machen. Den einen ſollte ich eigentlich ſelbſt beſorgen, ſagte er mit wichtiger Miene, ſetzte jedoch verbindlich hinzu:Sie, beſter Larioz, ſind ja aber mein anderes Ich und in den Geſchäften erfahren wie Keiner; auch wird es nur eine Beſprechung ſein über einen Akt, den wir, wie ich glaube, ſpäter vornehmen ſollen. Mein langjähriger Client, ſprach er in leiſerem, vertraulichem Tone,der junge Graf Helfenberg ein ſehr reiches Haus hat mich gebeten, ihn um elf Uhr zu be⸗ ſuchen. Ich habe wirklich zu viel zu thun und muß heute Morgen noch Einiges beendigen. Sie wiſſen das Palais des Grafen?

Es iſt mir wohl bekannt, entgegnete Herr Larioz mit einem gewöhnlichen Ernſte. . Bn da noch eine zweite Sache, die Sie en passant