12 Fünfzehntes Kapitel.
zuweilen vergnügt in ſich hinein. Er träumte nämlich, die Schwiegermutter habe ihn in der That vor die Thür geſetzt, und er habe ſeine Kinder genommen und ſich das gefallen laſſen; er ſei hinabgezogen in die beiden Rumpelkammern neben dem Bureau, habe ſich dieſelben einfach, aber behaglich mö⸗ blirt; der Tiger mit dem guten dummen Geſichte zog die Kinder an und bereitete einen ſehr guten Kaffee ohne Waſch⸗ ſchwamm, worauf Fritzchen und Louiſe in die Schule ge⸗ bracht wurden und er nun, ohne vorherigen Zank und Streit, mit ruhigem Gemüth und nicht aufgeregten Nerven in die Schreibſtube ging und ſich an das Fenſter ſtellte, wo er jetzt ſtand— friſch, fromm, fröhlich, frei. Herr Rechtscon⸗ ſulent Plager war nämlich Turner geweſen und liebte dieſen Spruch noch immer in Erinnerung an eine angenehm verlebte Jugendzeit.
Wenn er übrigens dergleichen träumte, ſo wird es dem geneigten Leſer begreiflich werden, wenn wir ſagen, daß der Rechtsconſulent im Gefühle ſeiner Unſchuld heute Morgen bei dem Kaffeegeſpräch, welches wohl zur Fortſetzung der Punſch⸗ attake von geſtern Abend hätte werden können, nicht nur durch große Ruhe und Kaltblütigkeit jede weitere Scene ab⸗ geſchnitten, ſondern auch einfach erklärt hatte, das Maß des gegen ihn gerichteten Benehmens ſei bereits übergelaufen, und er ſehe ſich veranlaßt, entſchieden andere Saiten aufzuziehen. Ja, er hatte die Verſicherung durchſcheinen laſſen, wie er vollkommen überzeugt ſei, daß er wohl im Stande wäre, mit ſeiner Frau allein fertig zu werden, ja, vergnügt zu leben; doch ſei die Einmiſchung einer Dritten, einer Schwiegermutter, unerträglich.
Mochten nun die Weiber durch etwas Anderes noch nach⸗ *.


