Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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10 Fünfzehntes Kapitel.

in meinem Hauſe zu ſchaffen gemacht hat! Doch ſchweigen wir davon, wir haben wichtigere Dinge. Können Sie ſich denken, fuhr er nach einer Weile fort, nachdem er zuvor die Hände auf ſeinem Bauch zuſammen gefaltet und erſchrecklich tief in die Halsbinde hinabgetaucht war,daß das Attentat von geſtern auf uns Beide eine abgekartete Geſchichte war? Können Sie ſich denken, daß man mich wieder einmal unge⸗ rechter Weiſe in einem Verdacht hat? O, ich bin ganz außer mir. Es iſt das eine wahre Mordgeſchichte, in die auch Sie verwickelt ſind. Ja, Sie, ſchauen Sie mich nur fragend an, auch Sie ſind darin verwickelt, und Sie werden ſich doch ſo unſchuldig fühlen, wie ein neugeborenes Kind.

Der Blick, mit dem Herr Larioz hierauf ſeinen Herrn anſah, war wirklich wie der eines unbefangenen Säuglings.

Die Geſchichte mit dem Gottſchalk iſt an Allem ſchuld, fuhr der Rechtsconſulent fort.Wir hätten den Jungen auf das Bureau genommen ſo ſagen die da droben nicht aus Mitleid mit ſeiner hülfloſen Lage, ſondern weil er, weil er o, es kommt mir ſo lächerlich vor, daß ich es kaum ausſprechen kann weil er eine hübſche Schweſter habe! Nun, was ſagen Sie dazu?

Es kommt mir das nicht ſo unerwartet, entgegnete der lange Schreiber, indem er ſein Lineal feierlich neben dem Pulte empor zog, wie man es mit einem Schwerte zu machen pflegt, und dann das Kinn darauf ſtützte.Verzeihen Sie

mir, Herr Doktor, wenn ich etwas Hartes ſagen muß, aber

wer es ſelbſt liebt, mit Lug und Heuchelei umzugehen, der ſetzt daſſelbe auch bei andern Leuten voraus. Der arme Bube! Da wird es wohl mit ſeiner Exiſtenz alsbald zu Ende ſein. 3