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8 Fünfzehntes Kapitel.
Zimmer auf und ab ſpazierte, wie er zu thun pflegte, wenn er übler Laune war oder Berathungen über einen wichtigen Ge⸗ genſtand pflegen wollte. Dann legte er gewöhnlich die Hände auf dem Rücken zuſammen, blies die Backen auf, als fühle er ſich durch irgend eine Wärme genirt. Auch liebte er es, nach beſonders decidirten und kraftvollen Aeußerungen ſein Kinn in die Halsbinde zu vergraben und dann, um einen großen Effekt hervorzubringen, mit hoch emporgezogenen Augenbrauen wieder daraus hervorzutauchen.
Gottſchalk ſchmunzelte vergnügt, als er ſeinen Herrn und Meiſter ſo eintreten ſah; denn er rechnete nun mit Sicherheit darauf, hinausgeſchickt zu werden und draußen beim Tiger eine Stunde verbummeln zu können. Um aber dem Anſcheine nach in voller Arbeit geſtört zu werden und das Recht zu haben, über die Unterbrechung ſeines Fleißes ein finſteres Geſicht zu machen, fing er mit einer ſolchen Wuth zu ſchreiben an, daß ſich das Papier ordentlich bäumte und die Feder knarrte und ſpritzte.
Der Rechtsconſulent warf über ſeinen geſpitzten Mund hinweg einen melancholiſchen Blick durch die Fenſterſcheiben, hinter welchen man nichts als Dunſt, Regen und Schnee ſah; er ſeufzte tief auf, barg ſeine rechte Hand auf der Bruſt und ſagte zu Gottſchalk, indem er ſich nach dem fleißig Schreiben⸗ den umwandte:„Sieh' draußen nach, was de Magd treibt, daß ſie nicht zu viel Holz in den Ofen ſchiebt, und dann ſchau, ob die Ableitungsröhre des Regenfaſſes gehörig geöffnet iſt, daß ich nicht nachher wieder eine Ueberſchwemmung in meinem 4* Arbeitscabinet habe.“
Der Lehrling erhob ſich verdrießlich, daß er ſo in beſter Arbeit geſtört werde, und warf einen Blick der Sehn⸗
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