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Fünfzehntes Kapitel.
liche Zeitalter erleben, wo die Menſchen ſo ſprechen, wie ſie denken?“
Gottſchalk ſchüttelte abermals mit dem Kopfe und getraute ſich, in ſehr beſcheidenem Tone zu ſagen:„Das ginge doch wahrhaftig nicht an, da würde man ſich ja gegenſeitig ſchöne Grobheiten machen.“
„Beſſer das, als Falſchheiten.“
„Aber Alles müßte ja aufhören,“ meinte der Knabe, muthig gemacht durch die Antworten, welche ihm der lange Schreiber zu Theil werden ließ.„Geſtern hat mich der Herr Doktor gepufft, wie er ſagte, weil ich abſichtlich einen Dinten⸗ ſpritz auf das Papier gemacht. Nun weiß ich aber wohl, daß ich eigentlich gepufft worden bin, weil geſtern der Prozeß Springer contra Baumüller verloren gegangen iſt. So habe ich auch wohl gedacht; hätte ich das wohl ſagen dürfen?“
Nach dieſen Worten blickte der Knabe fragend und mit lächelndem Geſichtsausdrucke zu Herrn Larioz empor, der die Hände auf den Rücken gelegt hatte und einen Augenblick ſchwieg, ehe er ſagte:„Deine Nutzanwendung, mein lieber Gottſchalk, zeugt von einigem Scharfſinn, und ich will dir dar⸗ auf entgegnen, daß man allerdings ſeine Meinung offen und frei ſagen ſollte, wenn die ganze Welt einverſtanden wäre, es gegenſeitig ſo zu machen, ſich ohne Falſch und Hinterliſt, ohne allen Rückhalt zu behandeln.“
„Ah ſo!“ erwiderte der Knabe:„das ſcheint aber nicht der Fall zu ſein, denn ſonſt hätte mich der Herr Rechtsconſu⸗ lent nicht wegen des Dintenſpritzens gepufft, da er doch einzig und allein im Zorn war wegen des verloren gegangenen Pro⸗ zeſſes.“ 5 „Leider! leider!“ verſetzte der Schreiber, und dabei ſtützte


