Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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324 Bierzehntes Kapitel.

kochenden Waſſers in dem Keſſel auf dem Feuer, der zuweilen vergnügt ſeinen Deckel lüftete, als wollte er ſagen: Schaut nur daher, mein Waſſer kocht ſchon lange, wollt ihr es nicht auf⸗ gießen zur Freude der dürſtenden Menſchheit?

Trotzdem, daß Clementine in Schmerz verſunken zu ſein ſchien, hatte ſie doch Faſſung genug, um genau zu überlegen, wie die ziemlich verfahrene Sache noch zum Beſten zu lenken ſei. In Fragen wie die vorliegende verzweifelt ein Mädchen⸗ herz ſelten, und auch Clementine ſchöpfte Hoffnung in dem wirklich kummervollen Blicke, mit dem der junge Fabrikant ſie betrachtete, was zu bemerken ihr Raum genug blieb zwiſchen Finger und Schnupftuch. Was thund ſich in eine Erklärung einlaſſen? den Feind langſam mit Worten angreifen? Das konnte vielleicht zu einer augenblicklichen Verſöhnung führen; aber Clementine wollte mehr; ſie fürchtete ſich vor dem Gerede der Welt, ſie ſah den einzigen Weg, auf dem es ihr gelingen konnte, ihre Feinde nicht nur zum Schweigen zu bringen, ſon⸗ dern auch vor Neid vergehen zu machen. Aber dieſer Weg, der allein zu einem glücklichen Ziel führen konnte, beſtand in einer förmlichen Ueberrumpelung des ziemlich wehrloſen Fein⸗ des, und muthig wie ſie war, beſchloß ſie dieſe Ueberrumpelung.

Nach einem lauten Schluchzen und nach einer Attitude, bei der ſie das Geſicht mit empor gehobenen Händen gegen die rauchige Decke der Küche wandte, warf ſie ſich ſchmerzbewegt und wie aufgelöst vor Kummer gegen den erſtaunten Fabri⸗ kanten, der die Wahl hatte, ſie entweder vor ſich auf den Bo⸗ den niedergleiten zu laſſen oder in ſeinen Armen aufzufangen.

Er that das Letztere; ja, er that noch mehr: er wandte ſeinen Blick nicht ab, ſondern er ſchaute dem ſchönen Mädchen in die von Thränen glänzenden gefährlichen Augen,