Polniſcher Punſch. 323
Damit machte er dem Hausherrn eine Verbeugung, ging hinaus, ließ ſich von der lauſchenden Babette Paletot und Hut geben und verſchwand.
Zweimal zuckte Clementine zuſammen und ſchien im Be⸗ griffe, das Tuch von ihren Augen zu entfernen, um ihm einen Blick nachzuſenden, doch ſiegte ihre Klugheit, und ſie vergrub ihren Kopf noch tiefer in die Hände.
„Wir wollen morgen weiter darüber ſprechen,“ ſagte als⸗ dann der Rechtsconſulent zu ſeinem Schreiber;„gehen Sie noch eine kleine Weile zu den Kindern oder—“
„Nach Hauſe, ich verſtehe,“ erwiderte lächelnd Herr Larioz, indem er ſich umwandte, um noch für einen Augenblick in das kleine Schlafzimmer zu treten. Das, was er geſehen und ge⸗ hört, hatte ihn tief erſchüttert; er hatte es nicht für möglich gehalten, daß man ſo Recht in Unrecht verwandeln könne. Ja, ſprach er ſeufzend, die Welt iſt voll Argliſt und Trug, und es gehört ein langer Kampf und ein kräftiger Arm dazu, um daraus ſiegreich hervor zu gehen. Aber Sieg oder Unter⸗ gang, das iſt meine Loſung.— Und ich kann einmal dieſem finſteren Getreibe nicht zuſchauen, ohne hinein zu ſprengen und „Licht und Recht“ rufend, die Gegner mit geſchloſſenem Viſir nieder zu ſtoßen.— Gott und San Jago werden mir helfen.
Herr Schilder war mit Clementinen allein in der Küche zurück geblieben. Ob der Rechtsconſulent den Fabrikanten ab⸗ ſichtlich nicht in den Salon genöthigt, wiſſen wir nicht anzu⸗ geben, aber wir vermuthen es. Er ſtand zwiſchen der Thür und dem Küchenſchranke und betrachtete ziemlich verlegen die Nägel ſeiner Finger; ſie war in der Nähe des Anrichttiſches, wo ſich noch der halb fertige Punſch befand, und ſchluchzte lauter als vorhin. Daneben vernahm man das Ziſchen des
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