322 Vierzehntes Kapitel.
leiſe ſprach, zu Madame Weibel:„Frau Schwiegermutter, Sie mögen zufälliger Weiſe anderer Anſicht ſein, aber ich erſuche Sie dringend, in den Salon zurückzukehren und den Leuten drinnen, die wahrſcheinlich die Köpfe zuſammen ſtecken, irgend etwas Glaubwürdiges zu erzählen. Oder wollen Sie“— ſetzte er mit zuſammengebiſſenen Zähnen hinzu—„morgen ein Stadtgerede haben, das vielleicht der Wahrheit ſehr nahe kommt?— Bitte, ſagen Sie mir ſpäter Ihre Meinung, aber jetzt gehen Sie.“
Eine Sekunde lang maß ihn die erzürnte Dame von oben bis unten, und dann ſagte ſie:„Gut, Herr Schwiegerſohn, das Maß iſt überfüllt.“
Damit rauſchte ſie hinaus.
„Und Sie, Herr Graf,“ wandte ſich der Hausherr mit höflichem, aber trockenem Tone an den etwas verblüfft daſtehen⸗ den intereſſanten Polen,„darf ich Sie wohl bitten, zur Ge⸗ ſellſchaft zurückzukehren?“
„Wenn Sie mir erlauben, Herr Doktor,“ entgegnete der Fremde nach einer Pauſe, wobei er den Verſuch machte, einen Blick von Clementinen aufzufangen, die aber kluger Weiſe das Taſchentuch vor die Augen hielt,„ſo ziehe ich mich heute Abend zurück und werde mir morgen erlauben, Sie zu beſuchen, um eine kleine Erklärung über die eben gehabte Scene entgegen zu nehmen.“
Er warf den Kopf etwas ſtolz in die Höhe, und Herr Larioz zuckte bedeutſam mit dem rechten Arm. Nach einem abermaligen vergeblichen Verſuche, einen Blick von dem jungen Mädchen zu erhalten, ſetzte er ſeufzend und mit Beziehung hinzu:„Nach dem, was ich heute Abend erlebt, iſt mir Stille
und Ruhe angenehm.“


