314 Vierzehntes Kapitel.
großen ernſten Manne hatten ſie einen ſo außerordentlichen Reſpekt, daß es nur eines Wortes von ihm bedurfte, um ſie zum Gehorſam zu zwingen.
Wenn Herr Schilder den Blick des Schreibers verſtan— den hatte, ſo wußte dieſer auch genau, was die Angſt bedeuten ſollte, mit welcher der Fabrikant nach der Thür ſchaute, die nicht einmal feſt verſchloſſen war und die auf den Hausflur und von da in die Küche führte. Dabei dachte Herr Larioz: Es iſt doch Alles Lug und Trug in der Welt, keine Auf⸗ richtigkeit und Chrlichkeit mehr zu finden! Habe ich doch ſelbſt geſehen, wie die da draußen zuerſt mit dem vortrefflichen Schil⸗ der ſüße Blicke gewechſelt, dann es ebenſo mit ein paar Lieute⸗ nants gemacht, ſowie mit dem langhaarigen Maler, und jetzt braut ſie in der Küche einen polniſchen Punſch!— O, über dieſe Welt!
Er blickte, wie er oft zu thun pflegte, vor ſich hin und ſchaute weit, weit in andere Sitten und andere Zeiten.— „Sollte man nicht ſein Schlachtroß beſteigen?“ murmelte er in ſich hinein;„ſollte man nicht ſein gutes Schwert ziehen und, ſich deckend mit dem feſten Schilde, hinein ſprengen in das elende Gewimmel, das da unter unſeren Füßen ſeine un⸗ ſauberen Fäden zieht?— Ja, bei Gott und San Jago! Das ſollte man thun, aufdecken alle die Heimlichkeiten, ſo viel es möglich iſt, und Lug und Trug zerſtören.“
Darauf athmete er tief auf und ſagte mit ruhiger Stimme: „Ich werde mir in der Küche ein Glas Waſſer holen.“
Herr Schilder nickte befriedigt mit dem Kopfe und folgte dem langen Schreiber mit dankbaren Blicken, der ſich nun langſam erhob, die Thür weit öffnete und hinaus ſchritt. Unterdeſſen waren Clementine und der Graf Czrabowski


