Polniſcher Punſch. 311
chen Seligkeit zu erlangen:„Ach, bitte, bitte, beſter Graf, einen polniſchen Punſch!“
„Ein polniſcher Punſch!“ ſagte der langhaarige Maler beiſtimmend.
„Ein polniſcher Punſch!“ meinte die Frau Rechtsconſu⸗ lentin, da ſie ſah, wie ihr Gemahl finſter die Lippen zu⸗ ſammenbiß.
„Gewiß, ein polniſcher Punſch!“ ſprach auch Madame Weibel mit dem energiſchen Tone ihrer Stimme.
Und„polniſcher Punſch, polniſcher Punſch!“ klang es wie Hohngelächter der Hölle in den Ohren des unglücklichen Herrn Schilder.
Daß Graf Czrabowski dem allgemeinen Drängen nach⸗ gab, verſteht ſich von ſelbſt. Nur Clementine Weibel machte einige beſcheidene Einwendungen— Einwendungen, die den armen Fabrikanten vielleicht wieder etwas hätten aufrichten können, und wie die Liebe ſo gern zum Verzeihen geneigt iſt, ſo ſprach es ſchon in ihm:„O Gott, ſie will keinen polniſchen Punſch, ſie will am vaterländiſchen feſthalten!“ Da ſah er, mit welchen Blicken ſie dieſe Einwendungen begleitete, als ſie ſprach:„Aber, Mama, das geht ja nicht; der Punſch wird in der Küche gemacht, wir können den Herrn Grafen doch nicht in die Küche führen, in die Küche, wo es, wie du wohl weißt, am Abend einer Soiree nicht immer ſo ausſieht, wie es ſollte.“
Darauf nickte der Herr Graf mit dem Kopfe und ent⸗ gegnete lächelnd:„Ich werde nichts ſehen als“— der Blick, den er bei dieſen Worten auf das junge Mädchen warf, war wahrhaft mörderiſch—„als— als die Sachen, die wir zu dieſem Punſche gebrauchen.“
Da hierauf die Schwiegermutter befriedigt mit dem Kopfe


