Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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Polniſcher Punſch. 307

als Herr Schilder nach einer aufmunternden ſüßen Miene der Frau Rechtsconſulentin den Arm der Sekretärstochter ergriff und dieſelbe mit faſt ängſtlicher Haſt nach einem Tiſche ſchleppte, wo noch zwei Plätze frei waren, von denen aus man aber genau ſehen konnte, was an dem Tiſche, wo ſich der Graf und Clementine befanden, vorging.

Der junge Fabrikant war um ſo unruhiger, als er um⸗ herſpähend Herrn Larioz vermißte, von dem er annahm er wußte eigentlich ſelbſt nicht genau, weßhalb daß der⸗ ſelbe mit ſeinen eigenen bitteren Gefühlen über den polniſchen Grafen harmonire.

Der lange Schreiber war aber, wie er das bei Soireen im Hauſe ſeines Prinzipals zur Zeit des Soupers immer zu thun pflegte, in das Schlafzimmer der Kinder gegangen, wo er mit Fritzchen und Louiſen ſein beſcheidenes Nachteſſen ein⸗ nahm.

Das Souper nahm indeſſen ſeinen gewöhnlichen Verlauf; die Felspartieen leiſteten das Uebermögliche, und man begriff kaum, wie ſie hierzu noch im Stande waren, da ſie noch vor einiger Zeit ſo furchtbare Verheerungen bei dem Theetiſche be⸗ werkſtelligt hatten; die Herren bedienten die Damen und die Damen wiederum die Herren; man trank ſich Geſundheiten zu, und Alle entwickelten einen guten Appetit mit Ausnahme des Herrn Schilder, der nicht nur faſt keinen Biſſen, ſondern auch auf die klarſten Fragen die unklarſten Antworten gab⸗ Dabei verwandte er kein Auge von dem Tiſche, an welchem Clementine Weibel ſaß, und wenn er auch nichts Beſonderes dort entdeckte, ſo kam es ihm doch vor, als brauche die junge Dame immer einige Vorbereitungen, wenn ſie ſich erheben wollte, um irgend etwas zu holen.