12 Erſtes Kapitel.
„aber jetzt ſchließ' das Fenſter und laß das Kind herein— oder—“
„Ja, hereinlaſſen muß ich dich alſo,“ ſagte der Meiſter er⸗ bittert, wobei ſeine Augen funkelten, wie die einer böſen Katze. „Aber hinauslaſſen werd' ich dich bald wieder, darauf kannſt du dich verlaſſen, mein Gottſchalk! Das kleine Kind haſt du herumtragen müſſen?“
„Ja, Meiſter.“
„Während dein ſauberer Papa im wilden Jäger gezecht? O! das iſt ſelbſt ein wilder Jäger, und deßhalb kann man dir deine Sündhaftigkeit eigentlich nicht ſo übel nehmen. Aber ich will nicht Theil haben an den Thaten der Gottloſen, ich waſche meine Hände. Morgen kannſt du heimziehen und meinetwegen ein Jägerburſche werden; du biſt ein junger Satan und gehörſt in des Teufels Revier, das da anfängt im finſteren Walde, wo die Jägersleute zu Hauſe ſind und nächtlich mit dem Böſen verkehren.“
„Zacharias!“ rief jetzt die Stimme aus dem Bette in ſo drohendem Tone, daß der Meiſter zuſammenfuhr und den Hausſchlüſſel emporhob, welchen er in der linken Hand hielt; doch ehe er ihn durch die Fenſterſpalte ſchob und dem vor Angſt und Kälte zitternden Knaben in die Hand gab, konnte er ſich nicht enthalten, ingrimmig hinaus zu näſeln und zu ziſchen:„Wenn dich nur einmal vor meinen Augen leibhaftig der Teufel holen wollte!“
Das ſprach Meiſter Schwörer, und dabei beugte er ſein ſpitzes, hageres Geſicht durch das Fenſter hinaus, ſo daß ihm der kalte Wind und die Regentropfen, welche derſelbe vor ſich her jagte, um die ſcharfe Naſe ſpielten. Aber es war nicht Kälte und nicht Regen, was dieſe Naſe mit einem Male noch
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