Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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10 Erſtes Kapitel.

Blicke eines hungrigen Wolfes ſehen, oder eines blutdür⸗ ſtigen Banditen, der, ſein Opfer anſtarrend, langſam nach ſeinem Meſſer greift. Letzteres that nun freilich Meiſter Schwö⸗ rer nicht, hatte aber auch nicht nöthig, nach einem Meſſer oder ſonſtigen Schneideinſtrumente zu ſuchen, denn die Natur hatte ihm eine Naſe verliehen, welche lang hervorſtehend, ſcharf und ſpitzig war, ja förmlich wie ein gekrümmter Dolch ausſah, das Entſetzen ſeiner Lehrjungen und ſämmtlicher Kinder der Nach⸗ barſchaft.

Jetzt öffnete er das Fenſter ein klein wenig, viel brauchte er nicht, um ſeine Naſe durchzuſtecken.

So, ſagte er alsdann, und ſeine Stimme näſelte ſo furcht⸗ bar, daß es klang wie das Kollern eines Truthahns,du biſt draußen, Gottſchalk?

Ja, Meiſter, antwortete demüthig der Knabe.

Und es regnet wohl recht brav? Und du biſt ſchon ziemlich naß geworden?.

Ja, Meiſter.

Ei, ſieh' doch! Haſt du nicht in der Schule bis Neune zählen gelernt? Oder weißt du, gottvergeſſener Strick, nicht, daß um neun Uhr die Hausthür zugeſperrt wird? Morgen will ich dir einen Hausſchlüſſel anbieten, weißt du, ſo einen von zwei Schuhen, biegſam und doch recht dick.

Ach, Herr Meiſter, erwiderte der Lehrjunge, offenbar mit einer affektirt kläglichen Stimme,ich war zu Hauſe, ich habe das kleine Kind herum tragen müſſen, und da habe ich nicht gehört, wie es neun Uhr ſchlug.

Du haſt das kleine Kind herumtragen müſſen! Und wo war denn dein Herr Papa, der ſaubere Jägersmann 2u Was geht das dich an, Zacharias? ſagte hier wieder