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8 Erſtes Kapitel.
jetzt gib Ruhe, Zacharias, ich und die Kinder, wir wollen ſchlafen, und du brauchſt dir nicht einzubilden, daß dich Je⸗ mand ſingen hört. Alſo ſpar' meine Kerze, ſowie deinen Athem, und komm' ins Bett.“
Die näſelnde Stimme murmelte eine Antwort, von der man nur den Schluß verſtand, der mit lauterem Tone ge⸗ ſprochen wurde:„Wachet und betet, daß ihr nicht in Verſu⸗ chung fallet, denn der Geiſt iſt willig, aber das Fleiſch iſt ſchwach.“
„Das weiß Gott!“ ſeufzte die Weiberſtimme.
„Und der böſe Geiſt geht um, zu ſehen, wen er ver⸗ ſchlinge.“
„Ach was!“ entgegnete ärgerlich die weibliche Stimme;„da trau' ich dem böſen Geiſt einen beſſern Geſchmack zu, als daß er ſich an eurer Sippſchaft verluſtiren möchte. Ich ſage dir, komm ins Bett, oder—“
Ein paſſenderer Augenblick, um anzuklopfen, kam in heu⸗ tiger Nacht nicht wieder; der Knabe ſtreckte deßhalb ſeinen Arm abermals durchs Gitter und klopfte nun ein paar Mal ſehr vernehmlich auf die Scheiben.
„Gott im Himmel!“ ſagte die näſelnde Stimme ſehr klein⸗ laut,„haſt du das Klopfen gehört? Alle guten Geiſter—“
„Unſinn!“ rief die Frau,„da draußen treibt ſich nichts Gei⸗ ſtiges herum; das wird dein liederlicher Geſelle ſein, der be⸗ duſelt heimkommt, aus irgend einer Betſtunde, daß ſich Gott erbarm! Den haſt du auf dem Gewiſſen, Zacharias, denn wie der Herr, ſo's Geſchärr! das Sprüchwort könnteſt du dir be⸗ ſonders merken.“
„Der Geſelle hat einen Hausſchlüſſel,“ entgegnete der Mei⸗ ſter ſehr kleinlaut.


