Erſtes Kapitel.
ten können, aber dann— brauch ich auch nicht mehr zu Mei⸗ ſter Schwörer zu gehen.— Nie, nie mehr zu Meiſter Schwö⸗ rer! fuhr er nach einer Pauſe faſt zornig fort, und darauf ballte er ſeine Hände in den Hoſentaſchen zuſammen, und ſein Geſicht verzog ſich zu einem leiſen Weinen. Doch kam es nicht dazu; vielmehr ſchien der jugendliche Uebermuth durchzu⸗ ſchlagen; denn nach einigen Sekunden warf er den Kopf trotzig, faſt luſtig in die Höhe und begann die Melodie eines bekann⸗ ten Liedes leiſe vor ſich hin zu pfeifen. Es ſchien faſt, als habe er ſich damit Muth machen wollen und dieſen Zweck auch erreicht; denn nachdem das Lied beendigt war, nicht ohne daß er mehrere Tonarten zu Rathe gezogen, ſprang er von dem Prellſtein in die Höhe, hüpfte in kurzem Galopp an dem Hauſe auf und nieder und ſagte: Ach was! droben in der Dachkam⸗ mer iſt es auch nicht viel beſſer. Und wie mein Vater oft ſagt, wenn er davon erzählt, wie er noch ein kleiner Jäger⸗ burſche geweſen und draußen im Walde habe ſtehen müſſen, bei Froſt, bei Schnee oder Regen, und wie da die Wölfe ge⸗ kommen ſeien, da mag er auch nicht mehr Vergnügen ausge⸗ ſtanden haben, als ich hier.— Wenn ich nur wüßte, ob der Meiſter Recht hat, wenn er ſagt: Wie man ſich bettet, ſo ſchläft man! Ich kann das nicht wohl glauben; denn ich habe heute Morgen mein Bett recht ſauber gemacht, und auch noch den alten Schlittenpelz oben hinauf gelegt, den man heute zum Flicken gebracht. Alſo: gut gebettet wäre droben, und doch muß ich hier im Regen herum laufen— brrr! Dieſes Brrr, das er laut und ſchaudernd ausſtieß, brachte er nicht mit der anfänglichen Energie zu Ende; vielmehr ſtockte er plötzlich in Ton und Lauf, denn neben dem ver⸗


