Erſtes Kapitel.
beſtrahlt, wo wir alsdann bemerken, daß die Vorderſeite mehrere bunte Schilder hat, von denen eines hellblau mit goldenen Buchſtaben den Namen:„Schwörer, Schneidermeiſter,“ zeigt.
Vor dieſem Hauſe nun ſehen wir etwas ſich hin und her bewegen. Es iſt unzweifelhaft ein lebendes Weſen, das dicht bei der Thüre wie ein Schatten hin und her gleitet, jetzt lang⸗ ſam, jetzt geſchwind, ſo daß es uns auf die Vermuthung bringen könnte, es ſei vielleicht ein großer Hund, den man hinausge— ſperrt.— Aber es iſt kein Hund; denn, wie ſchon geſagt, Hunde pflegt man bei ſolchem Wetter nicht auf die Straße zu jagen. Es iſt vielmehr ein Knabe von vierzehn bis fünf⸗ zehn Jahren, in einem ſehr ärmlichen Anzuge. Die Beinklei⸗ der haben eine für dieſe Jahreszeit erſchreckende Aehnlichkeit mit Sommerhoſen; das Jäckchen iſt überall zu kurz, und da ſein Beſitzer, des herabflutenden Regens wegen, es etwas an die Ohren hinaufgezogen hat, ſo ſchaut unten das Hemd her⸗ vor und zeigt uns, daß der nächtliche Spaziergänger nicht im Beſitz einer Weſte zu ſein ſcheint. Eine Tuchkappe bedeckt ſeinen Kopf, die Hände hat er fröſtelnd in die Hoſentaſchen geſteckt..
So trabt er an dem Hauſe auf und nieder, gar kläglich anzuſehen. Jetzt bleibt er einen Augenblick an der Hausthür ſtehen, blickt durch das Schlüſſelloch hinein, dann nähert er ſich der Klingel, die daneben hängt, ja, er ſtrec ſchon die Hand aus, um ſie in Bewegung zu ſetzen, fähre ab wieder zurück, als ſei er im Begriffe geweſen„„a⸗ liches zu begehen.
Die Uhren haben unterdeſſen halb Elf und drei Viertel geſchlagen, und manchen der Gäſte in den verſchiedenen Wirths⸗ häuſern der Straße treibt das Herannahen der Polizeiſtunde
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