Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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Erſtes Kapitel.

Mondſchein und Sterngeflimmer keine Spur, und die Gas⸗ lichter in den Straßen ſind auch nicht im Stande, ihren Dienſt gehörig zu verſehen. Sie leuchten nur wenige Schritte d durch Dunſt und Nebel und vermögen kaum ihr e lendes, flackern ges Daſein vor dem einherſtürmenden? Winde zu bewahren. L ſolch ein dürftiger Lichtſtrahl indeſſen das Pflaſter ſpärlich er⸗

hellt, da ſehen wir es von⸗ Regenwaſſer überflutet, bemerken

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immer neue glänzende Tropfen, die in ſchiefer Richtung und ſo zahlreich darauf einſchlagen, daß wir uns nicht verwun⸗ dern, wie die Dachröhren ſprudelnd ihr Waſſer ausſpeien und es kaum zu bewältigen vermögen.

Auf den Straßen iſt es ſo ſtill und einſam, daß wir das Rieſeln des Regenwaſſers von den Dächern und in den Rinn⸗ ſteinen wie ein gelindes Brauſen vernehmen. Zuweilen klap⸗ pern die Ziegel auf den Häuſern, wenn der rohe Wind dage⸗ gen fährt; zuweilen auch ſchlägt ein Fenſterladen, den man zu befeſtigen vergaß, und nur ſelten hört man die Schritte eines Vorüberwandelnden auf dem Pflaſter, eilige Schritte, und wenn wir im zweifelhaften Scheine der Laternen die Ge⸗ ſtalt erblicken, welche dahin eilt, ſo ſehen wir ſie dicht in den Mantel oder Paletot gehüllt, den aufgeſpannten Regenſchirm mühſam gegen den Wind balancixend. Kurz, es iſt ein Wetter, von dem man zu ſagen pflegt, es ſei zu ſchlecht, um einen Hund auf die Straße zu jagen.

Dieſem ſchlechten Wetter iſt es hauptſächlich zuzuſchreiben,

daß die große Stadt, in welcher unſere wahrhaftige Geſchichte beginnt, wie ausgeſtorben erſcheint. Die Thurmuhren ſchlugen erſt vor wenig Augenblicken die zehnte Stunde, und das iſt eine Zeit, wo es gewöhnlich hier auf den Gaſſen und Plätzen noch ziemlich lebhaft zugeht; bei Regen und Sturm aber, wie