258 Fünfundzwanzigſtes Kapitel.
lich gefärbte Landſchaft, die von der glänzenden und noch immer warmen Sonne eines echten Altweiberſommertages beſtrahlt wurde. Rings umher ſah man die lebendigſten und bunteſten Farben, eine wahre Muſterkarte von Roth und Gelb, während ſich der klare Himmel tiefblau darüber ausſpannte und die reine, durchſichtige Luft die ſonderbaren Verſchlingungen der Aeſte und Zweige bis zu den höchſten Spitzen der Bäume hinauf aufs deutlichſte ſehen ließ.
„Welch herrliches Jagdwetter!“ meinte der ältere Bombar⸗ dier, worauf Erich hinzuſetzte:„Und wird auch zu dieſem Ver⸗ gnügen benutzt, wie mir ſcheint, denn ich habe ſchon mehrere Male das Knallen der Gewehre gehört und ſah leichten Rauch zwiſchen den entlaubten Büſchen aufſteigen. Sieh dort gerade wieder und da rechts, und dorthin weiter auch— es iſt wie ein Treibjagen, wie ein Halbkreis um uns her, und ich glaube, wir ſollten trachten, eine breitere Straße aufzufinden, damit wir nicht ſelbſt in den Trieb eingeſchloſſen werden, um ſelbſt mitzujagen oder als Wild zu dienen— danke für Beides!“
Sie hatten auf dieſem Lagerplatze ihre wohlgefüllten Brod⸗ beutel abgelegt und behaglich gefrühſtückt von dem, was ihnen im letzten, guten Quartier eine freundliche Wirthin mitgegeben.
„Hier möchte ich ein paar Stunden träumen,“ meinte Schmoller, indem er die Hände unter den Kopf legte und ſich ſelbſt ſo lang er war auf die weichen, dürren Blätter aus⸗ ſtreckte,„hier möchte ich mich in Phantaſie ergehen, was mir wohl da unten beſchieden iſt, ob ich einſtens, wenn ich dieſer Stadt wieder den Rücken kehren muß und abermals auf dieſer Höhe hier angekommen, von freundlichen oder traurigen Er⸗ innerungen erfüllt bin. Denkſt du nicht auch ſo, Erich?“


