Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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Stubenarreſt und Beförderung. 251

erzählten, die Dame hätte ſich bei einer Probe durch den Sturz ihres Pferdes verletzt. Doch ſo arg gefährlich glaube ich nicht, daß es geweſen iſt, wenigſtens ging ſie, nur leicht auf den Arm ihres Begleiters geſtützt, ohne Anſtand die Treppe hinunter.“

„Vorgeſtern war das?“

„Ja, junger Herr.“

„Und wohin ſie fuhren, wißt Ihr nicht?“

„Wahrſcheinlich den Andern voraus, die heute Morgen nachgereiſt ſind. Doch iſt das wohl leicht zu erfahren.“

„Ja, das wird wohl leicht zu erfahren ſein. Ich danke Euch.“

Erich hatte ſo gut wie gar keine Bekannte in der Stadt, da ihn der ſtrenge Schulzwang verhinderte, welche zu machen. Heute war er nicht nur von dieſem befreit, ſondern wenn er auf die goldenen Treſſen an ſeinen Aermelaufſchlägen blickte und die ehrfurchtsvollen Grüße der ihm begegnenden Gemeinen bemerkte, ſo fühlte er nicht ohne Stolz, daß er der Welt etwas geworden ſei. Ja, das Bewußtſein, jetzt die erſte, wenngleich ſehr kleine Stufe erklommen zu haben, ließ ihn ſeine Verwei⸗ ſung von der Schule nicht ſo bitter empfinden, als dies ſonſt wohl der Fall geweſen wäre.

Der Hauptmann Wetter hatte Recht, dachte er bei ſich; es kann mir nur von Nutzen ſein, ein Jahr lang praktiſchen Dienſt zu thun, und wenn ich dann wieder als Bombardier hieher zurückkehre und, wie es ſich von ſelbſt verſteht, in die höchſte Claſſe aufrücke, da ich bei der Batterie tüchtig über

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meinen Büchern ſitzen werde, ſo wird ſich auch alsdann das langweilige Schulleben anders geſtalten. Ja, er freute ſich auf ſeine neue Beſtimmung, wie jeder

andere Schüler auf eine beginnende Ferienzeit.