Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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Stubenarreſt und Beförderung.

einer ihrer warmen Blicke, einem Blitze ähnlich, blendend in ſein Herz fiel, ſo zündeten doch dieſe Blitze nicht, ſondern er⸗ ſchienen ihm wie ferneres Wetterleuchten, wie die Ahnung eines herrlich abkühlenden Gewitters, das vielleicht ſpäter einmal über die Landſchaft hinziehen werde, deſſen Blitze zwar jetzt nur, allerdings ahnungsvoll, ſeinen Horizont erleuchteten, ihn aber veranlaßten, ſich wie zum Schutze gegen die Wirklichkeit und wie am Herzen einer Schweſter an die ſchöne Kolma anzu⸗ ſchmiegen. Unter dieſen Gedanken und Empfindungen war er auch von ihr gegangen, troſtlos, tief ergriffen über das Un⸗ glück, welches ſie betroffen, und wenn er ſie, wie während der Nacht im Traume und Wachen oft geſchah, vor ſich ſah, bleich, mit geſchloſſenen Augen auf ihrem Lager, und er mit innigem Drucke ihre Hand ergriff oder ſich über ſie beugte, um ihre bewegungsloſen, kalten Lippen zu küſſen, da hatte er das Ge⸗ eine theure Schweſter plötzlich kennen gelernt und eben und bei allem Schmerze

fühl, ſo plötzlich wieder verloren zu haben, um ſie war ihm dieſes Gefühl doch ein mildes, tröſtliches ge⸗ weſen, bis— ihm Selma entgegentrat, wie die Schlange im Paradieſe, und il worauf er denn aus ſeinem eigenen Paradieſe, aus vorden und allerdings

zm eine Frucht reichte vom Baume der Er⸗

kenntniß, allen ſeinen Himmeln hinausgeworfen i

zur Erkenntniß gekommen war, daß es vielleicht thöricht von

ihm geweſen wäre, ſich geſtern vor dem heranziehenden Ge—

witter zu verbergen.— Ah, die ſchöne, wilde und doch ſo gute

Tiezka, und ihr gegenüber jene Andere, jene Selma, deren

herausforderndes Weſen ihn ſchon damals abgeſtoßen hatte! Wenn er daran ſo lebhaft dachte, und das geſchah ihm

häufig in dieſen Tagen, ſo preßte er den Kopf zwiſchen ſeine