Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

248 Fünfundzwanzigſtes Kapitel.

Schluſſe eines Jahres abhangen wird, ob der benannte Bom⸗ bardier Freiberg wieder in die Schule aufgenommen werden kann.

Daß dieſer Stubenarreſt ſtreng gehandhabt würde, dafür hatte auch, was Erich anbelangte, Hauptmann Wetter geſorgt, indem dieſer ihm nach einigen freundlichen, ermunternden Worten, worin er ihm geſagt, daß es für ſeine zukünftige Carridre durchaus nicht ſchaden würde, wenn er ein Jahr lang prak⸗ tiſchen Dienſt thue, das Verſprechen abgenommen hatte, dieſem Stubenarreſte auf das gewiſſenhafteſte nachzukommen. Nur in einem Punkte war dies hart für den Betreffenden: er hätte ſo gern etwas über Ticzka erfahren, hatte aber Niemanden, dem er ſich anvertrauen konnte und mochte. So viel erfuhr er allerdings, daß die Kunſtreitertruppe noch einige Vorſtel⸗ lungen gab, aber ohne die berühmte Kolma, deren Unwohlſein immer noch nicht gehoben war. Allerdings fand er einigen Troſt gerade in dieſem Unwohlſein, denn er hatte Schlimmeres befürchtet— ob aber am Ende nicht noch Schlimmeres zu befürchten war? Wer vermochte ihm das zu ſagen? Und ſo gab es für ihn Stunden, wo ihm dieſe Ungewißheit faſt uner träglich wurde. Nicht als ob er ein innigeres Gefühl lieben⸗ der Zuneigung für die ſchöne Ticzka empfunden, nein, es war vielmehr, als er ſie hier wiederſah, das Gefühl der Dankbarkeit, verbunden mit der Bewunderung über die groß⸗ artigen Leiſtungen, was ihn ſtolz machte, von ihr gekannt zu zu ſein, was ihn antrieb, ſie aufzuſuchen, was ihn an ſie feſſelte und was ihn auch wieder von ihr trennte. Ja, ſo hatte er für ſie gedacht und gefühlt an jenem Abende, bevor

die unglückliche Kataſtrophe eintrat, und wenn auch zuweilen