120
2
vi üßte
ltung
rniger
ndwie
—
Erich. Der h. Auguſtin und Schmoller. 243
ſchmerzen, einen Zuſtand, der mich zuweilen befiele und der am beſten durch Bier und Wein zu curiren ſei.“
„Vielleicht erweicht ſich ſein Herz und er läßt ſich an—
pumpen; doch iſt das immerhin zweifelhaft,“ fuhr er nach einer Weile, ausgeſtreckt auf dem Bette, fort,„und deßhalb ſei ſo gut und wirf mir das Commißbrod herüber. O Gott, wer mir ein ſolches Lied an meiner Wiege vorgeſungen hätte, an meiner Wiege, wo meine hochverehrte Mutter, die Frau von Schmoller, mich lächelnd betrachtete, ſobald mein reſpectabler Vater, der Herr von Schmoller, ſie gefragt: Wie befindet ſich Ludwig, der Stolz der Familie?— O, o, und nun in Ketten und Banden, ausgeſtoßen von der Welt, mit dem Abſchaum der Menſchheit zuſammengeſchmiedet— was du indeſſen nicht auf dich beziehen mußt, Erich, es iſt nur ſo eine poetiſche Floskel— allein— allein— allein— unter Larven die ein⸗ zige fühlende Bruſt!“ Da wurden die Riegel zurückgeſchoben, da raſſelte der Schlüſſel im Schloſſe, da öffnete ſich die Thür, und der Ge— fangenwärter trat mit einer Laterne herein, deren Schein die beiden Gefangenen ſo blendete, daß ſie augenblicklich nicht ſehen konnten, wer ihm folgte, und um ſo mehr überraſcht waren, als ſie nun die Stimme des jungen Flattich erkannten, der ihnen luſtig einen Guten Abend bot und dann ſagte:
„Ich konnte es nicht unterlaſſen, noch heute zu euch zu kommen, um euch anzuzeigen, daß eure ſo verdrießlich erſchei— nende Geſchichte heute beim Appel eine unerwartet gute Wen⸗ dung genommen; der Oberſt ſelbſt hat— ich glaube indeſſen
ſehr, auf Zureden des guten Hauptmanns Wetter— einen hr, g 2


