Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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238 Vierundzwanzigſtes Kapitel.

Töchterlein mit einer Geſpielin. Das mit Recht vermuthe ich, weil die Letztere ſo eben erſt gekommen iſt und nach einiger Nöthigung ihren Hut abgelegt. Du ſiehſt, wie wunderbar ich combinire!“

„Ja, aber bis jetzt noch unverſtändlich für mich!“

„Begreiflich, weil du nie weiter ſiehſt, als deine Naſe reicht!“

„So erkläre mir deine tiefſinnigen Combinationen wortete Erich, trotz ſeiner trüben Gedanken beinahe lächelnd, denn Schmoller ſah gar ſo komiſch aus, während er ſprach,

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ant⸗

da er ſeine proſaiſchen Worte mit ſo begeiſterten Blicken be⸗ gleitete, welche an den grauen Winterhimmel gerichtet waren und nur zuweilen nach hochgeſchwellter Bruſt für einen Augen⸗ blick herabſanken zu Kerkermeiſters Töchterlein.

„Das könnte ein Schaf einſehen!“ ſagte er jetzt.„Wir haben da unten eine jedenfalls gefühlvolle Seele, ein gelang⸗ weiltes weibliches Weſen, welches nicht abgeneigt ſcheint, mit einem Gefangenen wie ich bin, weißt du, einem hübſchen jungen Bombardier— Unterſuchungshaft unter pikanten, er⸗ ſchwerenden Umſtänden, geheimnißvolle nächtliche Unthat, ver⸗ lorener Säbel, Arreſtation durch den Oberſten ſelbſt, alles das hat ſie unbedingt ſchon längſt erfahren—, die, wie ich wieder⸗ hole, nicht abgeneigt ſcheint, eine kleine Kerkerliebſchaft einzu⸗

gehen, vor der Hand allerdings nur per Diſtance, aber das Andere findet ſich.“

„Und zu welchem Zwecke?“

„Unſchuldige Frage! Vor Allem, um durch ſie mit der Außenwelt in Verbindung zu treten. Meinſt du, ich wolle hier Wochen lang Menagebrei und Commißſuppe freſſen? Und