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Erich. Der h. Auguſtin und Schmoller 237
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ſeine Mutter geſtorben, es verdiente vielleicht ſein elendes Brod bei irgend einer anderen Gauklerbande, nachdem es ſich von den Zigeunern getrennt; es wuchs, es reifte heran, aber wahr⸗ ſcheinlich nicht zur duftigen Blüthe, ſondern vielleicht zur geiſtig verkrüppelten Blume, mit dem zerſtörenden Wurme im Kelche. Was Erich nicht begreifen konnte, war, daß die Tichzka, die doch ſelbſt in glänzenden Verhältniſſen lebte, ſich ihres Lieblings, wie ſie Blanda nannte, nicht angenommen.— Ach, die ſchöne, unglückliche Ticzka, die vielleicht jetzt ſterbend auf ihrem Lager ruhte oder ſogar ſchon geſtorben war— eine martervolle Ungewißheit, welche ihm mehr als alles Andere ſein Gefängniß zur verzweiflungsvollen Qual machte!
Erich ſprang raſch auf und durchmaß den kleinen Raum mit haſtigen Schritten, mußte aber trotz der trüben, traurigen Gedanken, die ihn beſtürmten, unwillkürlich ſtaunend ſtehen blei⸗ ben, als er Schmoller betrachtete, der ſich immer noch am Fenſter aufhielt, jetzt ſehr eigenthümlich beſchäftigt. Er hatte nämlich, leicht und, wie er ſich einbildete, höchſt elegant am Fenſter lehnend, die Kohlenſchaufel nach Art einer Guitarre oder Mandoline vor ſeine Bruſt genommen, und während er hierzu die nöthigen Fingerbewegungen machte, bewegte er, auf⸗ wärts blickend, ſeine Lippen wie zu einem innigen Liede. Ja als Erich näher trat und ihn verwundert anblickte, ließ er ſich durchaus nicht ſtören, ſondern ſagte nur in kleinen, taktmäßigen Intervallen:
„Du, Kameel, ſiehſt's allerdings nicht ein, daß ich mich
auch für dich damit abplage! Da drunten, an dem Fenſter
gegenüber, habe ich eine empfindſame Schöne, eigentlich zwei
empfindſame Schönen, entdeckt; wahrſcheinlich Kerkermeiſters


