Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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Erich.

Der h. Auguſtin und Schmoller. 227

„Gut, nehmen wir etwas Gift darauf,“ erwiederte Erich, indem er mit dem Löffel in die Schüſſel ſuhr und Einige dem kalten, jetzt doppelt geſchmackloſen Brei b

s von hinunterwürgte. Dann ſagte er, nachdem er ſein Mittageſſen durch ein Stück von dem nahrhaften Commißbrode beendigt:„Und ich bin der ſchlafloſen Nacht recht dankbar für die Müdigkeit, die noch immer in meinen Gliedern liegt, und will den Verſuch machen, noch während ein paar Stunden das Verſäumte nachzuholen.“

„Woran du ſehr unrecht thuſt, denn wenn alsdann der dunkle, langweilige Abend kommt, kannſt du nimmer ſchlafen.“

„Dann erzählen wir uns Geſpenſtergeſchichten, das heißt, nachdem wir zu Nacht geſpeiſt.“

O weh, o weh!— Der Bomkbardier trat abermals an das Fenſter, legte den Arm gegen den Fenſterrahmen und ſeinen Kopf mit einem melancholiſchen Ausdrucke darauf, während ſich Erich wieder auf ſein Bett warf, um, wenn auch nicht zu ſchlafen, ſo doch über den geſtrigen Tag nachzudenken. Als er aber das Geſicht der Wand zukehrte, fühlte er etwas in ſeiner Bruſttaſche knittern und beſann ſich ſogleich, daß dies das Papier ſei, welches er geſtern Abend vor dem Hauſe der armen Ticzka aufgehoben; doch vergegenwärtigte ihm das ſo die traurige Lage, in der er das unglückliche Mädchen verlaſſen, und ließ ihn ſo innig, ſo ſchmerzlich, ja, ſo reuevoll an ſie denken, daß er ſein Geſicht in das Kiſſen drückte und ſo eine Zeit lang in ſchmerzlichſter Aufregung liegen blieb. An etwas Anderes zu denken, ſchien ihm eine Sünde zu ſein, und wenn die Erinnerung an den heutigen Morgen ja einmal den Ver⸗ ſuch machte, vor ihn hinzutreten, ſo flehte er die guten Augen der Kolma um Schutz an und erinnerte ſich mit tiefer Weh⸗

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