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226 Vierundzwanzigſtes Kapitel.
Und ſo war es auch in der That, wenn anders die irdene Schüſſel, mit Menageſuppe gefüllt, dieſen Namen verdiente. Es war dies ein ſteifer, ungenießbarer Brei, zuſammengeſetzt aus gekochten Erbſen, Kartoffeln und einigen ſpärlichen Stücken borſtigen Schweinefleiſches, und hatte derſelbe durch den Trans port über die kalte Straße oben eine ſolche zähe Haut ange⸗ ſetzt, daß der Löffel, den der Bombardier verachtungsvoll hin⸗ einſtieß, aufrecht ſtehen blieb. Und dabei hatten ſie nicht ein— mal den Troſt, von dem Kanonier, der das Eſſen aus der Kaſerne gebracht, bedient zu werden, der ihnen vielleicht Neuig⸗ keiten erzählt oder Aufträge entgegengenommen hätte, ſondern der ernſte, brummige Gefängnißwärter in eigener Perſon ſtellte die Schüſſel auf den Tiſch, legte zwei im Verhältniß zur Suppe ſehr appetitlich ausſehende Commisbrode daneben und entfernte ſich mit dem Wunſche einer geſegneten Mahlzeit.
„Haſt du denn gar nichts von Geldeswerth oder was des Verſetzens würdig wäre?“ fragte Schmoller mit kummer⸗ vollem Blicke:
Nicht ein Geſchmeide, nicht einen Ring,
Meine liebe Buhle damit zu zieren? „O Freiberg, wir ſitzen erbärmlich in der Patſche, abgeſehen von dieſer troſtloſen Unterſuchungshaft, die allein ſchon im Stande iſt, uns elend herabzubringen— wer weiß, was uns darauf ſpäter blüht! Mich anlangend, ſo bin ich überzeugt, daß der Brigadeſchreiber, dieſes boshafte Thier, mein curriculum vitae mit Pfeffer und Salz einreibt, und daß dich der Haupt⸗ mann Wetter, ſo gut er auch ſein mag, gegen den Willen des Oberſten doch nicht durchſchlüpfen läßt, darauf darfſt du Gift
nehmen!“


