224 Vierundzwanzigſtes Kapitel.
Bett mit einer heftigen Bewegung verließ und im Zimmer hin und her rennend, einen wahrhaft ergreifenden Monolog hielt, der ſich nur zuweilen in einen Dialog verwandelte, wenn nämlich Erich, wie zuweilen geſchah, Bemerkungen einwarf, wie zum Beiſpiel, daß er noch niemals gehört habe, die im Unter⸗ ſuchungsarreſte Befindlichen ſeien auch zugleich zum Hungertode verdammt.
„Hat ſich was vom Hungertode,“ knurrte ihn Schmoller an;„aber iſt auch nicht viel beſſer, Wochen lang mit Menage⸗ ſuppe und Commisbrod geätzt zu werden, und das ſehe ich ſchaudernd vor mir— oder haſt du vielleicht Geld, um für uns aus irgend einem benachbarten Gaſthofe ein anſtändiges Eſſen holen zu laſſen?“
„Sonderbare Frage für dich, der du meine Verhältniſſe kennſt?“
„Nein, ich kenne deine Verhältniſſe durchaus nicht, fürchte aber, ich habe mich in dir getäuſcht.“
„Wie ſo, Schmoller?“
„Nun, nachdem ich aus deiner geſtrigen Aufführung im Circus ein anſtändig ſolides Verhältniß mit jener— wie heißt ſie denn gleich?— vorausſetzte, ein lucratives Verhältniß, das ſogar im Stande iſt, eine harte Gefangenſchaft einiger Maßen zu verſüßen.“
„Ja, darin haſt du dich allerdings in mir und in meinem Verhältniſſe getäuſcht,“ gab Erich kurz zur Antwort, während der Andre fortfuhr, in dem kleinen Zimmer hin und her zu ren⸗ nen und um zuweilen einen Blick an den grauen Himmel hinauſzuwerfen, wie um Gerechtigkeit zu verlangen für das Un⸗
recht, welches ihm hienieden geſchah.
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