222 Vierundzwanzigſtes Kapitel.
Straßen überſehen konnte, auf deren einer Erich unfehlbar er⸗ ſcheinen mußte.
Da ereilte ihn das Verhängniß in Geſtalt einer der Ordo nanzen des Oberſten, ein ordentlicher Kerl und guter Kamerad, und dieſes Verhängniß ſprach zu ihm in dumpfem Tone:„Bom⸗ bardier Schmoller, es iſt das eine verflucht wüſte Suppe, die ihr euch eingebrockt habt! Da drinnen iſt der junge Freiberg von der Brigadeſchule, und ich bin beauftragt, euch ebenfalls dahin zu bringen!“
An ein Ausreißen war nicht zu denken, ebenſowenig an ein ferneres Leugnen, und Schmoller, der keinen vernünftigen Grund dafür anzugeben wußte, warum er dort an der Ecke herumgelungert, anſtatt ſeinem Arreſtanten augenblicklich nachzu⸗
gehen, ſagte zum Schrecken Erich's in ſo fern d
die Wahrheit, als er erzählte, er habe geſtern Abend ſeinen Säbel in einem Hauſe vergeſſen und den jungen Freiberg gebeten, ihm denſelben zu holen.
Bei dieſer neuen erwicklung arbeiteten die Arme des Oberſten wie zwei wahnſinnig gewordene Windmühlenflügel, offen⸗ bar in dem Beſtreben, ſich dieſe unerhörten Frevel auch nur einiger Maßen klar und faßlich zu machen. Da ihm aber dies nicht zu gelingen ſchien, er auch die Unthat für zu groß halten mochte, um hier noch ein Wort weiter zu verlieren, ſo ſchlug er mit der Fauſt auf den Schreibtiſch der Ordonnanz und befahl, ſogleich einen Arreſtzettel zu ſchreiben für den Bombardier Schmoller, einen jener faulen Schreiberknechte, welche unſerem Herrgott die Zeit und dem königlichen Aerar Dinte und Papier abſtehlen, ſo wie für den Brigadeſchüler
Freiberg, einen unverbeſſerlichen Taugenichts, und zwar für


