Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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Erich kommt ins Unglück. 215

hier düſteren, vorwurfsvollen Blicken zu begegnen. Sollte er ſich freuen, daß dies nicht der Fall war, daß ſie ſich jetzt heiter lachend gegen ihn wandte, dann auf die grauen Wolken zeigte, die, von einem ſcharfen Winde getrieben, vorüberflogen, und dabei ſagte:„Wir werden Schnee oder Regen haben in kurzer Zeit.“

„Ja, Schnee oder Regen, und ich habe noch einen recht weiten Weg zu machen.“

„So muß ich dich denn entlaſſen, mein ſüßer Erich, ſo ſchmerzlich mir dies auch fällt; doch ehe ich dir das Bewußte übergebe, mußt du mir verſprechen, mich ſo bald wieder zu beſuchen, als es dir möglich iſt.“

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„So bald als es mir möglich iſt,“ antwortete er in Ge— danken verſunken, und jetzt zum erſten Male ſchwebten die drei Tage, die er in den Hallen des heiligen Auguſtin zubringen ſollte, wie ein Lichtpunct vor ſeiner Seele,— feſt verſchloſſen hinter Mauer und Riegel, abgeſperrt von dieſer eigenthüm⸗ lichen Welt, büßend auf hartem Holzlager bei Waſſer und Brod— ja, es gab doch noch Gerechtigkeit auf Erden.

Er hatte es nicht einmal bemerkt, daß Selma lächelnd aus einer Ecke des Zimmers den Säbel Schmollers hervor⸗ geholt, die fürchterliche Waffe, welche ſo viel Unheil angeſtiftet, und ließ es nicht nur geſchehen, daß ſie ihm das Bandelier um ſeine Schultern legte, ſondern er befeſtigte gedankenlos die Achſelklappe darüber und griff nach ſeiner Mütze, die neben ihm auf dem Boden lag.

„Adieu, mein Freund, denke an mich und laſſe dich bald wieder bei mir ſehen, in den nächſten Tagen!“

; fu „Ja, o ja.

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