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Erich kommt ins Unglück. 207
Dann war Erich allein und ſchaute fich in dem nicht reich, aber behaglich eingerichteten Wohnzimmer um. Da war auf dem Boden ein weicher Teppich, da ſtand in der einen Ecke ein Sopha und davor ein kleiner Fauteuil, in der anderen Ecke ein weißer Porcellan⸗Ofen, der eine angenehme Wärme verbreitete, da duftete es nach Blumen und nach Kaffee, Beides ſehr natürlich, weil ſich unter dem Spiegel eine Porcellanſchüſſel voll kleiner Veilchenbouquets befand, die nachgeborenen Kinder der letzten Herbſtſonnentage, und weil auf dem Tiſche eine brodelnde Kaffeemaſchine ſtand. Das ganze Bild ein ſo reizen⸗ des Enſemble, daß Erich bei ſeiner regen Phantaſie ſogleich das wonnige Gefühl empfand, ſich dort in den Fauteuil aus— ſtrecken zu können und von dem Kaffee und dem einladenden Backwerk zu frühſtücken— lächerliche Träume für ihn, der ſelbſt mit drei Tagen Mittelarreſt behaftet hieher gekommen war, um den Säbel eines anderen, nicht minder ſchweren Verbrechers zurück zu erbetteSrln. Wie war die Dame des Hauſes beſchaffen? War es eine alte, gediegene, mürriſche Per⸗ ſönlichkeit, klapperdürr, mit ſpitziger Naſe, welche die günſtige Gelegenheit wahrnahm, dieſen jungen, leichtſinnigen Leuten ein⸗ mal eine Predigt aus dem FF zu halten? War es—
Doch da öffnete ſich die Thür, und die Herrin des Hauſes trat ein. Keine klapperdürre Perſönlichkeit mit ſpitzigen Schul⸗ tern, ſo viel bemerkte der junge Mann beim erſten Blicke, ohne ihr Geſicht ſehen zu können, da ſie dieſes abgewandt hatte, während ſie die Thür hinter ſich verſchloß. Es war eine hübſche, etwas ſtarke Geſtalt in einem hellgrauen Mor⸗ genkleide, welches ſich bei der oben erwähnten Bewegung ſo
feſt an ihren Körper anſchmiegte und Formen zeigte, daß alle


