Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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204 Dreiundzwanzigſtes Kapitel.

„Ich weiß ſchon, weßhalb Sie kommen,“ ſagte das hübſche Dienſtmädel,„aber es iſt unmöglich, rein unmöglich!“ V

„Und was iſt rein unmöglich, wenn ich fragen darf? Seien Sie doch geſcheit, es läßt ſich alles Mögliche möglich

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machen! „O, ich kann mir's denken, der Schmoller hat geſtern Abend etwas zurückgelaſſen, und das wollen Sie abholen; aber, wie ich ſchon ſagte, das iſt rein unmöglich, denn der Herr hat es geſtern Abend gleich mit hinauf genommen!“ „Den Säbel?“ „Ja, den Säbel. Ach, ich unglückliche Perſon, ſo meine Reputation zu verlieren! Ich, die nie ein Verhältniß gehabt hatte, ja, die von der Madame nur deßhalb in den Dienſt ge⸗ nommen wurde, weil ich früher nie ein Verhältniß gehabt, denn die Madame ſagt, das könne der Herr durchaus nicht leiden. Und nun muß der Herr einen Säbel bei mir finden, und ich konnte ihm doch nicht weismachen, daß dieſer Säbel allein ins Haus gelaufen ſei!“ „Das iſt allerdings wahr— und die Brieftaſche?“ „O, die hab' ich glücklicher Weiſe in meine Taſche geſteckt! Glück—lich—er— Weiſe!“ fuhr ſie mit einem recht ſchnippiſchen

Ausdrucke fort.„Das können Sie Ihrem Freunde, dem Herrn

Schmoller, ſagen, denn ich hätte in dieſer Brieftaſche Beweiſe. gefunden, wie ſchlecht er war, Jemanden zu betrügen, der ſo treu an ihm gehangen— ſo treu, ſo treu!“

T

Während ſie mit ihrem Schürzenzipfel an die Augen fuhr, ſah Erich deutlich ein, daß Schmoller wirklich ein Ungeheuer ſein mußte, verſchwieg dieſe Anſicht auch nicht, indem er hinzu— ſetzte,„es müßte ihr, als einem ſo hübſchen Dienſtmädchen,