194 Einundzwanzigſtes Kapitel.
ab. Auch nahm er ſich eben ſo oft feſt vor, allen tauſend Teufeln zu trotzen, auch dem Block und dem Flattich, ja, ins Zimmer hineinzutreten und, um ſie auf einmal ins Klare zu ſetzen, keck und frei ihnen den verletzten Theil ſeines Anzuges zu präſentiren; aber er trotzte nicht, er ſchäumte nur ein wenig, fluchte in ſich hinein, lief jedes Mal eine Weile wie toll hin und her, um darauf eine andere Weile vergeblich in die finſtere Straße zu ſtieren.
Die Uhren ſchlugen Viertel, Halbe und Ganze, und das häufig in dieſer richtigen Reihenfolge, worauf denn endlich die Zeit erſchien, in welcher Erich daher kam mit ähnlichen, aber doch ganz anderen Gefühlen, als denen, mit welchen ihn ſein Freund erwartete, ſchaudernd, entſetzt, aufs fürchterlichſte erregt.
Daher mochte es denn auch wohl kommen, daß die ganze Flut von Vorwürfen und Verwünſchungen, welche Herr Bom⸗ bardier Schmoller über ſein Haupt ausſchüttete, an ihm ſpurlos vorüberging— an ihm herabfiel, wie Schmoller wüthend, aber ſehr treffend ſagte,„gleich dem Regen am Felle des Hundes. Schäme dich, Kerl, ſchon ſo jung und noch ſo verdorben.“
„Aber was iſt dir denn geſchehen?“
„Mir?— Da, ſchau her, Kerl, was mir geſchehen iſt, und Alles durch deine Schuld! Und meinen Säbel habe ich verloren, auch die Brieftaſche mit meinem erſparten Vermögen, und renne hier nun ſchon drei geſchlagene Stunden herum, um auf einen Kerl wie du biſt zu warten! Iſt das nicht ſchmählich, unverantwortlich?“
„Und an allem dem bin ich ſchuld?“
„Du und kein Anderer, denn wenn dich der heilige Auguſtin um acht Uhr behalten hätte, ſo wäre ich früher im Stande


