188 Zweiundzwanzigſtes Kapitel.
ſeitig mit einem Riegel verſchloſſen iſt und von wo du auf den Kirchenplatz von St. Urſula gelangſt. Sei aber unbeſorgt, du wirſt ſpäter zur ſelben Thür hinausgehen können, wo du auch hereingekommen biſt; ſo eine Tanzpartie dauert bis Mitter⸗ nacht, und außerdem wird gegeſſen, wie auf den Einladungs⸗ karten ſteht.“
„Du wirſt mir hoffentlich keine Furcht zuſchreiben,“ er⸗ wiederte Herr Schmoller mit hoch emporgehobenen Augenbrauen —„ich bin Marcel, wie er in der Oper heißt— Furcht, möchte wiſſen, vor wem— pah!“ Er nahm bei dieſen Worten ſeine Cigarrendoſe, aus einem alten, zerknitterten Zeitungs⸗ papier beſtehend, aus der Taſche ſeines Waffenrockes, und während Liſette nach dem Keller ging, zündete er ſeine Cigarre mit einem Stücke des eben genannten Etuis an; dann ſtreckte er die Beine lang von ſich, legte die Fäuſte breit auf den Tiſch und trommelte, höchſt behaglich ausſchauend, einen Siegesmarſch.
Es war aber auch ein allerliebſter Aufenthalt, dieſes Küchenſtübchen, eben ſo ſauber und nett als die Beherrſcherin deſſelben, heute ſanft durchwärmt, ſanft durchduftet und ſo heimlich und verborgen gelegen! Hatte doch ſogar das kleine Fenſter, welches in den Hof ging, einen dichten, grünen, baum— wollenen Vorhang!
Doch horch, was war das? Klang es nicht wie ein Geräuſch an der Hausthür? War es nicht gerade ſo, als werde dort leiſe und vorſichtig ein Schlüſſel eingeſteckt?— Viel⸗ leicht Räuber und Mörder? dachte Schmoller, wobei er ſich mit einem etwas verſtörten Geſichte langſam aus ſeiner be⸗
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