Geſellſchaftliche Verpflichtungen Schmoller's 187
Thue, was du willſt, es wird dich gereuen!“ Haſt du mich
vollkommen verſtanden, Liſette?“
„Nicht ſo ganz, aber das kann ich dir verſichern, Schmol— ſetzte ſie mit einem herzlich bittenden Tone hinzu,„du
wirſt es gewiß niemals bereuen!“
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„Das habe ich auch bis jetzt nicht gethan und fühle mich in der That wohl dabei.“
Daß dies die Wahrheit war, ſah man an ſeinem ver⸗ gnüglich lächelnden Geſichte und hörte es auch an dem behag⸗ “lichen Schmatzen ſeiner fettigen Lippen, wobei er die Weinflaſche prüfend gegen die gewiſſe Küchenlampe hielt und dann mit einem zärtlichen Augenaufſchlage ſagte:„Es iſt ein durſtiges Jahr, Liſette, und ſo jung und vergnügt wie heute ſitzen wir ſo bald nicht wieder bei einander— Apropos, wenn du deine andere Flaſche herbeiſchaffſt, wirſt du wohl nichts dagegen haben, wenn ich mir eine Cigarre anzünde?“
„Meinetwegen, bis ſie nach Hauſe zurückkehren, kann ich ſchon wieder auslüften, auch könnten wir hier das Fenſter im Stübchen ein wenig offen ſtehen laſſen.“
„Thu' das immerhin,“ bemerkte Herr Schmoller mit einem vorſichtigen Blicke nach der Küchenthür, zu welcher er herein⸗ gekommen.„Es iſt für alle Fälle gut, wenn man ſich eine Rückzugslinie offen hält, es iſt das, was wir wiſſenſchaftlich gebildeten Soldaten Strategie nennen, und dieſe Strategie be⸗ fiehlt mir, mich umzuſchauen, wohin dieſes Fenſter in nächſter Nähe und dann folgerichtig weiter führt.“
„In nächſter Nähe führt es dich auf unſeren kleinen Hof, wenn du hinausgeſprungen biſt;“ ſagte Liſette lachend,„und
am Ende dieſes Hofes befindet ſich eine Thür, welche dies—


