Zweinndzwanzigſtes Kapitel.
nach einer langen Pauſe zur Antwort:„Die Aepfel weißt du wirklich auf eine ganz famoſe Art zuzubereiten!“
„Und nicht wahr, Schmoller,“ fuhr ſie fort, wobei ſie ihren hübſchen, runden Arm auf ſeine Schulter legte,„du haſt redliche Abſichten mit mir?“
„Das will ich meinen! Sehe ich wie Jemand aus, der unredliche Abſichten hat?“— Da er bei dieſen Worten mit vollen Backen kaute, ſo gab er allerdings ein gemüthliches Bild der Häuslichkeit und des guten Appetits, dem man es durch⸗ aus nicht anſah, daß er erſt vor einer Stunde eine tüchtige Portion Sauerkraut und Kartoffeln verſchlungen— würdevolle Eigenſchaft eines Bombardier⸗Magens—, ſagte aber erſt nach dem Hinunterſchlucken eines außerordentlich großen Stückes des wirklich vortrefflichen Kalbsbratens:„Du mußt mich nur nicht verwechſeln, liebe Liſette, mit einem ſo gewöhnlichen Men⸗ ſchen aus der Kaſerne, ſo einem, der den Dienſt bei der Bat⸗ terie thut; der hat allerdings ebenfalls Treſſen am Aermel, aber es iſt rohes, gewaltthätiges, ungebildetes Volk. Wir da⸗ gegen von der Schreiberei, wir calculiren, wir concipiren, wir collationiren, wir repetiren— alles verwickelte, wichtige Ge⸗ ſchäfte, die uns aber gewiſſer Maßen einen feinen Schliff geben; auch treiben wir Literatur, leſen Bücher in fremden Sprachen, und durch alles das habe ich mir den Grundſatz eines berühmten indiſchen Weiſen zur Richtſchnür meines Lebens gemacht.“— Er ſtopfte ſich nach dieſen Worten beide Backen voll Zuckerwerk, und nachdem er dies vermittels eines vollen Glaſes Rothweins hinabgeſpült, ſagte er mit großer Wichtig⸗ keit:„Der Wahrſpruch dieſes berühmten indiſchen Weiſen heißt:


