Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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Geſellſchaftliche Verpflichtungen Schmoller's. 189

haglichen Stellung erhob, die Hände auf den Tiſch geſtützt lauſchend nach der Küchenthür blickend.

Ja, man machte den Verſuch, das Haus zu öffnen, und als Liſette ſo eben mit der zweiten Flaſche auf der Kellertreppe erſchien, lenkte Herr Schmoller ihre Aufmerkſamkeit durch haſtige, verſtändliche Pantomimen auf das Geräuſch, welches er eben gehört und welches auch ſie jetzt zu hören ſchien; doch winkte ſie beruhigend mit der Hand, ſetzte aber die Flaſche raſch nieder und flüſterte ihm zu, während ſie die Küchenlampe er⸗ griff, um draußen nachzuſehen:„Es kann der Junge mit der Zeitung ſein, er kommt oft ſo ſpät— jedenfalls war ich ſo vorſichtig, die Kette vor die Hausthür zu legen. Sollte aber....— was aber unglaublich iſt—, ſo werde ich laut genug werden.“

„Ei,“ dachte Herr Schmoller, als er nun allein in dem jetzt dunkeln Hinterſtübchen ſtand,„es kann allerdings der Zeitungsjunge ſein, doch hat dieſes Wörtchen einen verflucht weiten Begriff. Schöpfen wir indeſſen ein wenig friſche Luft.“

Schmoller ergriff vorſorglich ſeine Mütze, die er neben ſich auf den Tiſch gelegt hatte, und ſchlich ſich nach dem Fenſter hin, deſſen Flügel er langſam aufzog und in den

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kleinen Hof hinausblickte, während er angſtvoll gegen die Haus⸗ thür lauſchte.

Und ſeine Angſt war nicht ohne Grund, denn er hörte jetzt Liſette ſehr laut und verwunderungsvoll ausrufen:

„Ach, Madame, wie Sie mich erſchrecken, daß Sie ſo früh heim kommen! Iſt denn etwas vorgefallen?“ Die Antwort verſtand Herr Schmoller allerdings nicht,