6 Erſtes Kapitel.
ſprach und dabei tief zu ſeufzen pflegte, wozu er auch einige Urſache hatte. Zum Avancement eingetreten, würde er es viel⸗ leicht auch zu den Epauletten gebracht haben, wenn er das Trinken hätte laſſen können; ſo aber verharrte er, trotz ſonſtiger vortrefflicher Eigenſchaften, bei der Wein⸗, ſpäter bei der Schnaps⸗ flaſche, und blieb ewiger Unterofficier. Statt zu fluchen oder grobe Redensarten anzuwenden, benutzte er ſeltſame Gleichniſſe oder ſein ſollende Wendungen, um uns ſeinen Unwillen zu er⸗ kennen zu geben, wobei er gewöhnlich bei Erſchaffung der Welt anfing und uns bewies, daß jedes Geſchöpf Gottes zu etwas nütze und zu gebrauchen ſei. Wir haſſen die Fliegen, ſprach er ſeufzend, und den gemeinen Miſtkäfer; auch die Kröten ſind uns widerwärtig und manchen Menſchen die Maulwürfe. Aber alle dieſe Weſen haben die Berechtigung, da zu ſein, ja, alles, was kreucht und fleucht, iſt nach reiflicher Ueberlegung geſchaffen, ein einziges Weſen ausgenommen— der Bombardier. Wozu nutzt er? Zu gar nichts. Was thut er Gutes? Nicht das Geringſte aus eigenem Antriebe. Iſt er pünktlich im Dienſte? Ja, nur wenn moraliſch die Karbatſche über ihm ſchwebt. Er iſt ge⸗ fräßig, aber ohne Nutzen, wie der Maikäfer, er iſt faul, un⸗ ordentlich, hinterliſtig, boshaft, und wenn man ſogar mit Wohl⸗ wollen irgend eine gute Eigenſchaft an ihm ſucht, ſo wird man doch keine finden, ja, man wird auf die gottesläſterliche Idee kommen, daß der Schöpfer bei Erſchaffung des Bombardiers einen unverzeihlichen Fehler begangen hat.
Für den Capitaine d'armes, das i*ſt der Unterofficier, der Monturen und Waffen unter ſich hat, waren die Bombardiere ſchlimmer, als Roſtflecken und Schaben. Denn die letzteren harmloſen Thiere, wie er ſagte, gehen doch nur ihrem Lebens⸗


