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großer Umſicht und Gewiſſenhaftigkeit, ſo daß es ſich inner⸗ halb zweier Jahre bedeutend vermehrte. Nach Ablauf die⸗ ſer Friſt aber erhielt er ein Schreiben zugeſtellt, welches, durch glaubhafte Zeugniſſe verbürgt, die Nachricht enthielt, daß Henning Stroband als Unteranführer in der polniſch⸗ ungariſchen Reiterei in der Mordſchlacht von Varna gegen die Türken einen rühmlichen Tod gefunden, indem er den König Ladislaus, der ebenfalls in dieſer blutigen Schlacht den Heldentod ſtarb, bis zum letzten Augenblicke gegen die ihn umgebenden Schwärme der Ungläubigen vertheidigte; das Schreiben aber rührte von einem Geiſtlichen her, dem ſich Stroband vorher anvertraut und der ihm hinſichtlich ſeines chriſtlichen Verhaltens das beſte Zeugniß ertheilte. Jetzt wandte Ottokar jenes Vermögen an, indem er mehre⸗ ren wackern, aber armen Geſellen, die nicht die Mittel be⸗ ſaßen, um ſich ſelbſtſtändig niederzulaſſen, zur Gründung eines eigenen Heerdes verhalf und ſtattete mit dem Reſt deſſelben etliche arme, tugendhafte Bräute aus; dadurch glaubte er des Stadthauptmanns Willen nach beſten Kräften erfüllt zu haben.
Andreas freute ſich noch ein Jahr lang an dem Glücke ſeiner geliebten Herrſchaft und ſtarb eines ſanften und ge— wiß auch ſeligen Todes. Er ruht nach ſeinem letzten Wunſche an Martha's Seite.
Bernhard ward bald einer der angeſehenſten Handels⸗ herren und geachtetſten Bürger Berlins, deſſen früherer Le⸗ bensweiſe Niemand mehr in böſem Sinne gedachte. Lis⸗ beth reuete es nie, ihr Schickſal an das ſeine geknüpft zu haben; ſtets ſah ſie ſich von ihm treu geliebt und als ſei— nen guten Genius verehrt. Ein blühendes Kinderpaar ward von den beiden Gatten zur Tugend und Gottesfurcht erzo⸗ gen und außerdem ward ihnen nach einigen Jahren die
Freude zu Theil, nach dem Tode der bisherigen Oberin der Die ſchwarzen Brüder. IV. 23


