Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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im Herrenhauſe Platz fanden, je nach ihrem Geſchlecht die⸗ ſen Dienſt zu leiſten; die Uebrigen waren gern mit einem Unterkommen im Dorfe zufrieden, wohin ſie von den Die⸗ nern geleitet wurden.

Und als nun der Pfingſtmorgen angebrochen war in ſeiner ganzen Pracht und Herrlichkeit, als die Gräſer und Blätter den erquickenden Nachtthau eingeſogen hatten und die Lerchen aus den grünen Kornfeldern ſich emporſchwan⸗ gen zum blauen, wolkenloſen Himmel und hoch in den Lüf⸗ ten dem Herrn ihr Loblied ſangen, da erklangen ernſt und feierlich die Glocken der einfachen Dorfkirche und die Töne eines frommen Liedes, das die Stadtmuſikanten vor dem Herrenhauſe blieſen, begrüßten den feſtlichen Tag und waren, harmoniſch ſich verſchmelzend mit den Glockenklängen, weit⸗ hin zu hören durch die ſtille Morgenluft.

Im Herrenhauſe aber ordnete ſich der glänzende Zug, welcher drei glückliche Brautpaare zum heiligen Traualtar geleiten ſollte und an dem auch der Kurfürſt und ſeine Ge⸗ mahlin Theil nahmen und die Dorfbewohner in ihrem Sonn⸗ tagsſtaat und mit Blumenſträußen in den Händen ſich an⸗ ſchloſſen. Viel Pracht und Herrlichkeit an Gold und koſt⸗ baren Stoffen ſah man in dieſem Zuge ſich entfalten, aber darin kamen Alle, die ihn geſehen, überein, daß die drei holdſelig blickenden Bräute in ihren einfachen weißen Ge⸗ wändern, und als einzigen Schmuck nur den blühenden Myrthenkranz im Haar, das Schönſte in demſelben gewe⸗ ſen waren.

Unter Glockengeläute und feierlicher Muſik zog man ſo⸗ dann in die mit Blumenkränzen und Laubgewinden feſtlich geſchmückte Dorfkirche.

Nach beendetem Pfingſtgottesdienſt traten die Braut⸗

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