Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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Die Ehrerbietung, welche die Gegenwart ihres Für⸗ ſtenpaares ihnen auferlegt erwiederte Boytin.

Wie! Ich will nicht hoffen, daß die Leute in ihrem Landesherrn einen Freudenſtörer ſehen! rief Friedrich. Man ſage ihnen, daß man ſich meinetwegen nicht den geringſten Zwang anthun ſoll!

Boytin, dem Ottokar ſchnell einige Worte zuflüſterte, eilte hinab und wiederholte mit lauter Stimme die Worte des Kurfürſten; auch machte er Ottokars Ernennung zum Kalandsoberſten kund und zuletzt erfuhren die Dorfbewohner noch von ihm, daß der neue Beſitzer des Herrenhofes ihnen ſchon am erſten Tage ſeines Beſitzes ſämmtliche Frohnden erlaſſen und daß der Dorfſchulze ſchon das Geld empfangen habe, welches ſie für die ſeit letzten Oſtern geleiſteten als Vergütigung erhalten ſollten.

Nicht zu beſchreiben iſt der Jubel, welcher dieſer drei⸗ fachen Mittheilung folgte.

Inzwiſchen hatte man Peter mit ſeiner Braut zu dem Kurfrſten geführt, der ihn ſehr belobte und ungemeines Gefallen fand an ſeinen munteren, kecken Antworten, die, ſo drollig ſie ſich auch anhörten, doch immer von Verſtand und Herz zeugten. Der Kurfurſt und ſeine Gemahlin unterhiel⸗ ten ſich längere Zeit mit ihm und er wie ſeine Lieſel erhielten ebenſo reichliche Beweiſe der fürſtlichen Huld, wie die beiden Brautpaare vor ihm.

Bis in die Nacht hinein währte der Freudentrubel auf dem mit anbrechender Dunkelheit von vielen Fackeln hell er⸗ leuchteten Hofe, dem der Kurfürſt mit ſeiner Gemahlin vom Altan aus eine Weile zuſchaute und ſich ſehr ergötzte an dem bunten Gewimmel der Tanzenden, Trinkenden und Sin⸗ genden, welches in der grellen Beleuchtung ein gar ſeltſames Bild darbot.

Als aber die Thurmglocke des Dorfes die elfte Stunde anzeigte, ließ man es für heute genug ſein; die Dorfbewoh⸗

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