Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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Oberaufſicht bedürfen, ſoll das Gute, zu dem Euer neues Statut den Grund gelegt, in vollem Umfange aus dem Ka⸗ landsbunde entſprießen. Wer aber würde ſich beſſer zu ſol⸗ chem Amte ſchicken, als der beredte Fürſprecher, der wärmſte Freund und der verſtändige und einſichtige Ordner des Ber⸗ liniſchen Kalands? Wohlan, ſo wollet denn das Amt an⸗ nehmen, welches ich mit Genehmigung der kirchlichen Auto⸗ rität fuͤr Euch beſtimmte, und zwar unter dem Namen eines weltlichen oberſten Vorſtehers ſämmlicher märkiſchen Kalands⸗ gilden, mit dem Vorrechte vor allen Dechanten und Kalands⸗ herren. Erlaubt, daß Euer Fürſt Euch mit dem Zeichen Eurer neuen Würde belleidet.

Die Edelknahen traten herzu; der Kurfürſt nahm aus dem einen Käſtlein eine ſchwere goldene Kette von der ſau⸗ berſten Arbeit und hing ſie dem Ueberraſchten um. Zugleich aber erhielt Klara ein koſtbares Geſchmeide aus der Hand der Kurfürſtin.

Im Saale gaben ſich laute Aeußerungen der Freude und des Beifalls kund und Jedermann pries beſonders die feine und den Geber wie den Beſchenkten gleich ehrende Weiſe, mit welcher der Landesherr ſeine Gnadenbezeigungen zu er⸗ theilen wiſſe.

Ottokar erklärte freudig die Annahme des Amtes, in deſſen gewiſſerhafter Verwaltung er dem Fürſten den Be⸗ weis ſeiner Dankbarkeit zu liefern verſprach.

Darauf ward Bernhard mit Lisbeth vor das Fuͤrſten⸗ paar gerufen und auch ſie wurden unter freundlichen Wor⸗ ten nicht minder reich beſchenkt. Der Kurfürſt ſprach nur von Bernhards Vergangenheit, als dieſer ſelber ſie erwähnte, und bezeigte ihm um ſo größere Anerkennung über ſeinen jetzigen untadelhaften Wandel, obwohl er dem jungen Manne beiſtimmte, als dieſer das größte Verdienſt an ſeiner Beſſe⸗ rung Lisbeths verzeihender Liebe zuſchrieb. Zu Lisbeth aber ſagte die Kurfuͤrſtin mit verſtelltem Unmuth: