meintlichen Sarge ſtand, ſo verblendet ſein konnte, um nicht zu durchſchauen, was man mit Dir gethan! Wie leicht hätte ich Dich damals— dazu auch noch einen Andern— retten können!
— Verdüſtert Euch nicht die ſonnenhelle Gegenwart durch die Erinnerung an die trübe Vergangenheit! nahm Lisbeth das Wort. Seht, da kommt Herr Boytin, unſer Aller väterlicher Wohlthäter; laßt uns ihm heiteren Ange⸗ ſichts entgegengehen, denn er ſcheint uns rufen zu wollen.
Gern folgte man dieſer Mahnung und gleich darauf ſah Boytin die beiden glücklichen Paare auf ſich zu eilen. Mit vergnügtem Lächeln forderte er ſie auf, die nunmehr beendeten Zurüſtungen für das morgende Feſt in Augenſchein zu nehmen und ihre Meinung darüber abzugeben.
— Wie freundlich iſt es von Euch, mein theurer Va⸗ ter, und von meiner gütigen Mutter, daß Ihr Euch für uns all den Vorbereitungen unterzogen habt! ſagte Klara unter⸗ wegs, indem ſie ſich in kindlicher Freude an Boytins Arm hing. Es iſt ſo ſchön, wenn man ſich in ungeſtörter Ruhe freuen kann!
— Dennoch hätte ich es nicht zugegeben, daß die guten Eltern allein ſo große Laſt auf ſich nahmen, wüßte ich nicht gewiß, daß ihnen dies Alles Freude macht, verſetzte Ottokar. Es wäre undankbar von mir geweſen, hätte ich ſie an der Ausübung geringerer Wohlthat hindern wollen, nachdem ſie ſo Großes an mir gethan und ich es von ihnen ſo gern hingenommen!
— Sprich nicht davon, mein Sohn! entgegnete Boytin. Wiegt nicht Deine Bereitwilligkeit, künftighin meinen Na⸗ men tragen, künftighin Dich meinen Sohn nennen zu wol⸗ len, hundertfach Alles auf, was ich je an Dir thun konnte? Darf ich nicht mit Recht ſtolz auf ſolchen Sohn ſein und iſt dies nicht das herrlichſte Geſchenk, das mir nur irgend werden kann?


