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det— denn ſolches wäre gegen Recht und Herkommen— ſo iſt es meine Meinung, daß wir nach zwei oder drei Stunden uns wieder zu Gericht verſammeln, nachdem wir Seine biſchöfliche Gnaden geziemend gebeten, uns Alles mit⸗ theilen zu laſſen, was auf die Anweſenheit des Dieners Pe⸗ ter Reinhold an dieſem Orte Bezug hat, und worauf es in dem Prozeſſe insbeſondere ankommt. Die beſte Auskunft würde uns freilich Jener dort ertheilen können— er deutete dabei auf Theobald Rycke— doch da er des Angeklagten leiblicher Vater ſein ſoll, ſo dürfen wir leider ſein Zeugniß nicht annehmen. Ich denke, Ihr Herren, Ihr werdet dieſen meinen Vorſchlag nicht zurückweiſen.
— Mit Freuden erkenne ich in Euch einen biedern und gerechten Mann, Herr Stadthauptmann! ſprach der Biſchof, Strobands Hand mit Wärme drückend. Und Ihr habt Recht; nichts weiter wünſchte ich vom Rathe, als was Ihr ſelber eben ſagtet, weil ich hoffe, daß ſo die Wahrheit an den Tag kommen wird. Stellt ſich's dann doch heraus, daß der junge Mann ſich todeswürdigen Verbrechens ſchuldig machte, ſo werde ich kein Wörtlein mehr zu ſeinen Gunſten fallen laſſen wider Euch!
— Auch ich verlange im Namen Gottes und der Ge⸗ rechtigkeit von Euch gehört zu werden in dieſer Sache! miſchte ſich jetzt auch der alte Franziskaner in die Reden der An⸗ dern. Ich habe gar wichtiges Zeugniß abzulegen, das hof⸗ fentlich etwas Licht in das Gewirre dieſes Prozeſſes bringen wird. Begreife übrigens gar nicht, wie ſolche Confuſion entſtehen konnte.
— Ihr wißt, daß ich mich immer gern Eurer Meinung anſchließe, Herr Stadthauptmann, nahm Heydicke das Wort, ohne auf die Bemerkung des Mönches zu achten; noch am heutigen Vormittag bewies ich dies. Aber ich muß beken⸗ nen, daß ich inzwiſchen der Anſicht geworden bin, welche von der Mehrzahl unſerer Genoſſen bisher gehegt ward;


