Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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AANARN

Heydicke ſchaute während dieſer Ermahnung und Straf⸗ predigt zu ſeinen Genoſſen mit einem Blick hinüber, als wollte er ihnen ſagen: Gelt, wir hatten Recht, als wir ahnten, wo's hinaus ſollte! Als aber der Prälat zu Ende war mit ſeiner Rede, nahm er wieder, zu dieſem gewandt, das Wort.

Wir Alle, hochwürdigſter Biſchof, ſind von Eurer hohen Einſicht und Erleuchtung überzeugt in allen Dingen, welche die Angelegenheiten der heiligen Kirche betreffen, und ordnen uns in dieſer Hinſicht ſtets Euren Befehlen willig und gehorſam unter, wie ſich's für uns als gute Söhne der Kirche geziemt. Etwas Anderes aber iſt es mit den Ange⸗ legenheiten, die unſer Amt als Rathsherren und Richter be⸗ treffen. Hierin haben wir uns durch ſchwere Opfer gänz⸗ liche Freiheit von jeder geiſtlichen wie weltlichen Autorität errungen, und wir ſind wahrlich nicht gemeint, dieſe unſere Freiheit auch nur um eines Haares Breite ſchmälern zu laſſen, ſelbſt nicht von unſerm hochwürdigſten Biſchof, dem wir ſonſt in kirchlichen Dingen, wie ich ſchon ſagte, freudig und gern Gehorſam leiſten. Was nun das Uttheil betrifft, dem Ihr wie mich dünkt den ſchweren Vorwurf der Ungerechtigkeit macht, ſo iſt daſſelbe nach unſerm beſten Wiſ⸗ ſen und Gewiſſen geſprochen und wird in Kraft bleiben, da unſere Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten jetzt noch dieſelbe iſt, wie bei der Abfaſſung des Spruches. Für den uns ertheilten geiſtlichen Segen aber mögt Ihr, hochwürdigſter Prälat, unſern demüthigſten Dank huldvoll entgegen nehmen.

Wiel rief der Biſchof, erſtaunt und entrüſtet zu⸗ gleich und ſein geiſtliches Gefolge ſtimmte ihm bei, wie, die Schuld des Angeklagten ſoll jetzt noch dieſelbe ſein, trotz Al⸗ lem, was wir hier erfahren?! Sprecht, Herr Bürgermeiſter, wie mögt Ihr dies verantworten?

Die ſchwarzen Brüder. IV. 5