Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

AAAAAAARARR

hätten nicht auch wir hier Dinge ſchauen müſſen, die wir ebenſo wenig wie Ihr an dieſem Orte zu finden vermutheten und über die wir Euer auf einige Augenblicke vergaßen. So höret denn jetzt. Als uns zu Magdeburg von dem wür⸗ digen Bruder Franziskaner, den Ihr hier anweſend ſeht, zuerſt die Kunde ward von dem geheimnißvollen und ver⸗ dächtigen Treiben jenes falſchen Prieſters, entſchloſſen wir uns, nach Erledigung der dringendſten Amtsgeſchäfte hierher zu eilen, um die uns zuſtehende Unterſuchung an Ort und Stelle zu führen. Auf dem Wege zu dieſen beiden Städten brachten wir in Erfahrung, daß vor hieſigem Gericht ein peinlicher Prozeß geführt werde gegen einen jungen Mann, und zwar wegen vermeintlich von ihm begangener Verbre⸗ chen, die augenſcheinlich in engem Zuſammenhange mit den Geheimniſſen dieſes Kloſters ſtehen mußten, wenn wir wie es ſich jetzt gezeigt vom Mönche recht berichtet waren. Darum nun, Ihr Herren, die Ihr verordnete Richter am Schöppenſtuhl dieſer beiden Städte ſeid, darum entboten wir Euch zu uns, daß Ihr zugegen ſein ſolltet bei unſerer Un⸗ terſuchung, und erwarten jetzt von Euch, daß Ihr Euer be⸗ reits geſprochenes Urtheil nach Alle dem, was Ihr hier ge⸗ ſehen und gehört, wiederruſen werdet, wie es Eure richter⸗ liche Ueberzeugung von Euch erheiſcht; und hoffen und er⸗ mahnen Euch kraft unſeres geiſtlichen Amtes, ſo uns aus Gottes Erbarmung und des heiligen apoſtoliſchen Stuhles Gnade geworden, daß Ihr hinfüro Euch größerer Vorſicht und Gewiſſenhaftigkeit befleißiget in Eurem Richteramte und täglich und ſtündlich den Herrn anrufet, daß er Euch höhere Einſicht verleihen und Ihr künftig recht richtet, wie es Gott gefällig iſt und die, ſo unter Euer Gericht gegeben ſind, von Euch erhoffen. Dazu möge Euch der Allgütige und Allwiſſende Kraft und Stärke geben, wie wir Euch unſern geiſtlichen und beſten Segen dazu ertheilen. Amen! Jetzt, Ihr Herren, mögt Ihr gehen und Eure Schuldigkeit thun!