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— Könnt Ihr ſein Leben noch erhalten, ſo thut es; ich erſuche Euch darum im Namen der heiligen Kirche! nahm auch der Biſchof das Wort.
— Es iſt zu ſpät, Hochwürdigſter, ſonſt würde ich es dennoch thun! verſicherte der Greis. Doch was geſchehen kann, will ich nicht unterlaſſen.
Er nahm ein Sacktuch, tauchte es in das Waſſer, wel⸗
ches er im Kruge vorfand, und begann die Wunde auszu⸗ waſchen, um ſie dann zu verbinden.
— Ha, denkt Ihr, ich bettle nur um mein Leben? murmelte Theobald Rycke, als er das Beginnen ſeines ehe⸗ maligen Lehrers gewahrte, und indem er dieſen von ſich abzuwehren ſuchte. Auch ich— ich wollte gut machen— Doch Ihr, Ihr wollt es nicht! Es mag drum ſein— es iſt auch beſſer ſo! Ich ſterbe inmitten des Triumphes, den die Hölle, die treueſte und zuverläſſigſte Freundin meiner Rache, gewährte!
— Unglücklicher, Du riefeſt die Hölle auf zu Deinem Dienſt, und ſie diente Dir nach Art der Hölle! rief der greiſe Gelehrte erſchüttert. Der Teufel iſt ein Lügner von Anfang an; indem er Dir beiſtand, betrog er Dich zu⸗ gleich!
— Und doch will ich nicht ſterben! fuhr der Verwun⸗ dete fort, indem er jetzt ſeinem Arzte ſtill hielt. Ich will leben— und werde leben! Ha, wie mit dieſem Entſchluſſe neue Kräfte mich beleben; bald, bald werde ich wieder ich ſelber ſein!
— Es ſtände Dir jetzt beſſer an, zu beten, anſtatt zu trotzen! mahnte der Biſchof. Mich dünkt, Du haſt es ſehr nöthig!.
— Was wollt Ihr? verſetzte Theobald Rycke. Iſt's meine Schuld, daß ich nicht mehr beten kann, wie einſt? Iſt's meine Schuld, daß ich an keinen Gott mehr glaube


